
Solera in Eiche
Fass & Klima
Rum aus Spanien lagert wie viele andere Rums in Eichenfässern. Ron Montero nutzt nach eigenen Angaben Fässer mit 500 Litern aus neuer amerikanischer Eiche, im Englischen virgin American oak. Neue Fässer geben mehr Holz, Vanille und Röstaromen ab als die gebrauchten Bourbonfässer, die sonst in der Rumwelt üblich sind.
Das Haus reift im Solera-System mit vier Stufen. Wie funktioniert eine Solera? Mehrere Lagen Fässer sind gestaffelt. Abgefüllt wird immer nur ein Teil aus der untersten, ältesten Lage. Die Lücke füllt man mit Rum aus der nächsten, jüngeren Stufe auf, deren Lücke wiederum von oben ausgeglichen wird. So mischt sich über Jahre jüngerer mit älterem Rum, und der Geschmack bleibt von Jahr zu Jahr gleich.
Das Verfahren stammt aus der Welt des Sherrys, ebenfalls in Andalusien zu Hause, nur weiter westlich in der Provinz Cádiz. Die Rumhäuser Lateinamerikas haben es übernommen, und Motril nutzt es seit der Gründung des Hauses, so die Brennerei.
Was bedeutet die Zahl auf dem Etikett? Ron Montero führt keine Altersangaben, das Haus mischt und füllt ab, wenn der Geschmack stimmt. Zur Orientierung: In der EU zählt bei einer Altersangabe der jüngste Anteil des Verschnitts. Bei Solera-Rums steht eine Zahl auf dem Etikett dagegen oft für den ältesten Anteil. Añejo, Reserva und Gran Reserva sind Handelsbegriffe ohne einheitliche Norm.
Das Klima an der Küste von Motril ist mild. Je wärmer es ist, desto schneller reift Rum im Fass; in tropischen Lagerhäusern geht das viel rascher als hier. Das Haus selbst spricht von langsamer Reifung, und das ist in diesem Umfeld eine ehrliche Beschreibung.