
Laventille und Caroni
Region & Geschichte
Rum aus Trinidad hat eine Vorgeschichte, die mit Rum zunächst wenig zu tun hat. Spanien beanspruchte die Insel nach 1498, doch Plantagen entstanden erst spät. Mit der Siedlungsurkunde von 1783 holte die Krone französische Pflanzer samt ihren versklavten Arbeitskräften ins Land, 1797 eroberten die Briten die Insel. Das Zuckerrohr wurde auf Land angebaut und verarbeitet, das versklavte Menschen urbar machten.
Die Sklaverei endete im britischen Weltreich 1834. Auf Trinidad folgte bis 1838 eine Lehrzeit, in der die Befreiten weiter für ihre früheren Besitzer arbeiten mussten. Ab 1845 warben die Pflanzer Vertragsarbeiter aus Indien an. Deren Nachkommen stellen bis heute einen großen Teil der Bevölkerung, was man in der Küche der Insel schmeckt. 1962 wurde Trinidad und Tobago unabhängig.
Zwei Namen tragen die Rumgeschichte der Insel. Angostura geht auf ein Bitter-Rezept von 1824 zurück, das der Arzt Dr. Siegert in Venezuela entwickelte; der Bitter bleibt hier nur Kontext. Die Rumbrennerei in Laventille, einem Hangviertel östlich von Port of Spain, entstand erst 1949.
Der zweite Name ist Caroni, gegründet 1923. Nach Angaben der Fachpresse gewann Angostura 2001 ein Bieterverfahren um die Rumsparte, doch der Verkauf wurde nie abgeschlossen. 2002 stand die Brennerei still, am 31. Juli 2003 wurde die Caroni Ltd. liquidiert. 2004 stieß Luca Gargano vom italienischen Haus Velier auf die vollen Fasslager, Velier erwarb Restbestände und die Marke. Jede Flasche Caroni ist seither Altbestand.
Einen Herkunftsschutz wie Martinique oder Jamaika kennt Trinidad-Rum nicht: Im EU-Register für geografische Angaben steht kein Eintrag für die Insel. Das Wort „Trinidad“ auf dem Etikett nennt also einen Ort, kein vorgeschriebenes Verfahren. Als Rumbrennerei der Insel nennen Fachquellen heute Angostura in Laventille, getragen von Angostura Holdings.