
Die Burgunderfamilie
Rebsorten
Welche Rebsorte steckt in Sekt aus Baden? Eine feste Vorgabe gibt es nicht, denn für Sekt b.A. schreibt das deutsche Recht keine Sorten vor. Typisch sind die drei Burgunder: Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder. In der Champagne heißen sie Pinot noir, Pinot blanc und Pinot gris.
Die drei gehören zu einer Familie. Grauburgunder und Weißburgunder sind Mutationen des Spätburgunders, also dieselbe Rebe mit anderer Beerenfarbe. Das erklärt, warum ihre Weine sich ähneln: Sie haben etwas Körper, wenig Gerbstoff und eine Säure, die auch in warmen Jahren nicht ganz verschwindet.
Der Spätburgunder ist die wichtigste Sorte des Gebiets, am Kaiserstuhl ebenso wie in den anderen Teilen Badens. Für Sekt wird er weiß gekeltert, denn sein Saft ist farblos, nur die Schalen enthalten den roten Farbstoff. Er gibt dem Sekt Fülle, Struktur und eine Frucht, die an rote Beeren erinnert.
Der Weißburgunder ist der Gegenpol. Er bringt Frische, milde Säure und Aromen von Apfel und Birne. Auch jenseits des Rheins im Elsass dient Pinot blanc als Grundlage des Crémant d’Alsace, die Sorte hat am Oberrhein also eine Tradition im Schaumwein.
Daneben kommen Chardonnay, Riesling oder Muskateller in badischen Cuvées vor. Chardonnay ist der klassische Partner des Pinot noir in der Champagne und macht den Sekt zart und cremig. Beim Schwarzriesling handelt es sich um die Rebe, die in der Champagne Meunier heißt. Mit den Burgundern verbindet sie dieselbe Verwandtschaft.