
Tal der Drôme
Region & Geschichte
Südöstlich von Valence steigt das Tal der Drôme zur Kleinstadt Die an, und über ihr stehen die Kalkwände des Vercors. Hier entsteht Clairette de Die, ein süßer, leichter Schaumwein mit oft nur sieben bis neun Prozent Alkohol. Wie alt er ist, erzählt man im Tal gern sehr weit zurück: Schon die Vocontier, ein gallischer Stamm, hätten hier einen Wein gemacht, der von selbst perlte, und Plinius der Ältere beschreibe einen ähnlichen. Das gilt als Überlieferung, nicht als Beweis.
Amtlich greifbar wird der Name im 20. Jahrhundert. Ein Dekret vom 21. April 1910 erkannte Clairette de Die als Herkunftsbezeichnung an, am 30. Dezember 1942 folgte die kontrollierte Ursprungsbezeichnung, kurz AOC. Seither bindet ein Pflichtenheft jeden Erzeuger an Rebsorten, Erträge und Verfahren. Es wurde 2011 per Dekret bestätigt und 2013 geändert.
Geerntet, vergoren und abgefüllt werden muss in 31 Gemeinden des Départements Drôme, von Aouste-sur-Sye im Westen bis hinauf nach Châtillon-en-Diois. Diese Landschaft nennt man Diois. Nach Angaben des Weinverbands bewirtschaften dort rund 260 Winzerinnen und Winzer die Hänge.
Das Rückgrat des Tals ist die Genossenschaft Cave de Die, die sich heute Jaillance nennt. Winzer gründeten sie um 1950, und sie gilt als wichtigster Erzeuger des Diois. Daneben füllen Familienbetriebe ab. Zur Herkunft gehören außerdem der Crémant de Die, ein klassisch flaschenvergorener Schaumwein, und stille Weine unter den Namen Coteaux de Die und Châtillon-en-Diois.
Für alles Weitere merkt man sich: Unter dem Namen Clairette de Die laufen zwei verschiedene Schaumweine. Der berühmte, süße trägt die Zusatzbezeichnung „méthode ancestrale“ und besteht überwiegend aus Muscat. Der trockene besteht nur aus Clairette und gärt wie ein Crémant ein zweites Mal in der Flasche. Die folgenden Stationen drehen sich vor allem um den süßen Typ, denn er ist der Grund, warum man das Tal kennt.