
Höhe, Kalk, Kälte
Boden & Klima
Die Reben des Clairette de Die wachsen nicht im Tiefland: Wer von Valence aus die Drôme hinauffährt, spürt, wie das Land steigt. Der Ort Die selbst liegt auf rund 450 Metern. Die Reben klettern nach Angaben des Verbands bis auf etwa 700 Meter, im Mittel sind es rund 550. Die Landschaft wirkt eher alpin als südfranzösisch. Hinter der Stadt ragt die helle Felswand der Glandasse auf, ein Ausläufer des Vercors, und dahinter beginnt das Hochplateau.
Der Boden besteht aus kalkhaltigem Sandstein, Kalkmergel und Schotterterrassen der Drôme, oft mit Ton gemischt. Ton und Kalk halten Regenwasser fest und versorgen die Reben auch in trockenen Sommern. Das Klima ist gemäßigt mit schwach mediterranem Einschlag, den die Höhe und die Nähe des Vercors abkühlen.
Für Schaumwein zählt vor allem die Kühle der Nacht. Wo es abends schnell frisch wird, reifen die Muscat-Trauben langsam und behalten ihren Duft. Reif genug müssen sie trotzdem sein: Das Pflichtenheft verlangt mindestens 144 Gramm Zucker je Liter Most und einen natürlichen Alkoholgehalt von wenigstens 9 Prozent.
Der Ertrag bleibt klein. Der Basisertrag liegt bei 60 Hektolitern je Hektar, als Obergrenze gelten 70, und gelesen wird von Hand. Die Rebzeilen stehen eng, ein Stock bekommt höchstens 2,20 Quadratmeter Platz, und geschnitten wird auf höchstens zwölf Augen. Die genaue Parzellenfläche legte das Institut INAO 1985 fest und passte sie bis 2013 mehrfach an.
Einen Kreidekeller wie in der Champagne braucht dieser Wein nicht, er braucht Kälte. Weil der Most im Tank gekühlt und gefiltert werden muss, verlangt das Pflichtenheft für den süßen Typ ausdrücklich eine Anlage, die filtert und Kälte erzeugt. Ohne sie gäbe es die Methode nicht, die Kühlanlage ist hier, was anderswo der Felsenkeller ist.