
Canelli am Belbo
Region & Geschichte
Asti Spumante ist der süße, nach Trauben duftende Schaumwein aus dem südlichen Piemont, und sein Herz schlägt in Canelli, einem Städtchen im Tal des Flusses Belbo. Der Name stammt von der Provinzhauptstadt Asti, doch die großen Häuser sitzen in Canelli. Den Wein prägt eine einzige Traube, der Moscato bianco.
Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Muskatwein der Bauern ein Schaumwein für die Städte. Als Pionier gilt Carlo Gancia, der in der Champagne gelernt haben soll und in Canelli um 1870 die ersten Schaumweine aus Moscato machte. Bosca und Contratto, nach eigenen Angaben seit 1831 und 1867 am Ort, bauten ihre Keller aus. Alle drei Namen gibt es bis heute.
Einen Sprung nach vorn brachte 1895 Federico Martinotti von der önologischen Versuchsanstalt in Asti. Er ließ ein Verfahren patentieren, bei dem der Wein nicht mehr in einzelnen Flaschen, sondern in einem großen, geschlossenen Drucktank schäumt. Der Franzose Eugène Charmat verbesserte die Technik und patentierte sie 1907. In Italien heißt sie deshalb bis heute Metodo Martinotti.
Die Erzeuger organisierten sich früh. 1932 grenzte man das Anbaugebiet mit 45 Gemeinden erstmals ab, und im selben Jahr entstand ein Konsortium zum Schutz der Herkunft. Seit 1993 trägt der Wein die DOCG, die höchste italienische Herkunftsstufe. Sie gilt für Asti und für Moscato d’Asti, beide aus hundert Prozent Moscato bianco.
Das Gebiet umfasst heute 51 Gemeinden in den Provinzen Asti, Alessandria und Cuneo mit rund 10.000 Hektar Rebfläche. 2024 zählte das Konsortium nach eigenen Angaben 1.013 Mitglieder, darunter 778 Weinbaubetriebe und 50 Schaumweinhäuser. Abgefüllt wurden mehr als 90 Millionen Flaschen, über 33 Millionen davon Moscato d’Asti, und etwa neun von zehn Flaschen gehen in den Export.