
Meeresmergel, Tuffkeller
Boden & Klima
Wo heute Reben stehen, lag vor Millionen Jahren Meeresgrund. Er hinterließ tonreiche Mergel mit Sand und Kalk, und auf diesem Untergrund wachsen die Moscato-Reben von Asti. Das Klima ist kontinental, mit kalten Wintern, heißen Sommern und Nebel im Herbst.
Die Hügel um Canelli und Santo Stefano Belbo sind an vielen Stellen steil, und die besten Lagen schauen nach Süden. Dort wird es im Sommer warm genug, damit die Beeren viel Zucker sammeln, während kühle Nächte das Aroma bewahren. Nach der Lese im Spätsommer bleibt wenig Zeit, denn der süße Most verdirbt rasch, wenn man ihn nicht kühlt.
Säure steht bei Asti im Hintergrund. Der Moscato bringt davon eher wenig mit, die Frische kommt aus der Kohlensäure und aus der Kälte, in der der Most lagert. Darum schmeckt Asti gut gekühlt und wird nicht warm serviert.
Unter Canelli liegt ein zweites, verborgenes Gebiet. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert grub man Gänge und Gewölbe in den weichen Kalktuff der Hügel. Sie reichen bis zu 32 Meter tief, sind zusammen rund 20 Kilometer lang, und die Temperatur bleibt das ganze Jahr bei 12 bis 14 Grad. Man nennt sie die Cattedrali sotterranee, die unterirdischen Kathedralen.
Gedacht waren sie, um Schaumwein kühl zu lagern, lange bevor es Kältetechnik gab. Die bekanntesten Keller gehören den Häusern Bosca, Contratto, Coppo und Gancia. 2014 nahm die UNESCO die Weinlandschaft Langhe-Roero und Monferrato ins Welterbe auf, und die Zone Canelli und Asti Spumante mit diesen Kellern ist einer ihrer Teile.