
Nur Moscato bianco
Rebsorten
Hundert Prozent Moscato bianco, so verlangt es das Gesetz, und eine zweite Sorte kennt die Liste nicht. In Frankreich heißt die Rebe Muscat blanc à petits grains, in Deutschland Gelber Muskateller, im Piemont nennt man sie auch Moscato di Canelli.
Ihre Beeren sind klein, goldgelb und dünnschalig, und die Trauben duften schon am Rebstock nach Muskat, Holunderblüte und Orangenschale. Verantwortlich sind Duftstoffe aus der Gruppe der Terpene, etwa Linalool und Geraniol, die auch in Blüten und Zitrusfrüchten vorkommen. Beim Gären bleiben sie erhalten, und genau das macht den Wein so leicht erkennbar. Weil die Sorte nur einmal auf dem Etikett steht, unterscheiden sich die Weine eines Jahrgangs vor allem durch Lage und Handschrift des Kellermeisters.
Rechtlich ist Asti ein aromatischer Qualitätsschaumwein. Diese Kategorie lässt nur Most bestimmter aromatischer Sorten zu, und in Asti ist es ausschließlich der Moscato. Wer ein Glas einschenkt, riecht also die Traube selbst, ohne Holz und ohne Hefenote dazwischen.
Der Ertrag ist auf 100 Doppelzentner je Hektar begrenzt, das entspricht zehn Tonnen. Das klingt viel, ist aber für eine Sorte mit kleinen Beeren und kräftigem Duft ein üblicher Rahmen, bei dem das Aroma nicht verwässert. Die Sorte reift früh, und im Gebiet entscheiden wenige Tage über Zuckergehalt und Duft: Wird zu spät gelesen, wirkt der Wein plump, wird zu früh gelesen, bleibt er grün.
Für Schaumwein taugt die Sorte, weil ihr Reiz nicht von langer Reifung abhängt. Beim Champagner entsteht Tiefe erst nach Jahren auf der Hefe, beim Moscato dagegen steckt der Duft von Anfang an in der Traube. Er verliert sich mit der Zeit, deshalb gehört Asti zu den Schaumweinen, die man jung trinkt.