
Glera und Hügelsorten
Rebsorten
Alles dreht sich um die Glera. Mindestens 85 Prozent des Weins müssen aus dieser weißen Rebsorte stammen, die lange selbst Prosecco hieß. Seit 2009 gehört der Name allein der Herkunft, denn ein Sortenname hätte den Schutz der Herkunft unterlaufen.
Warum eignet sich Glera für Schaumwein? Sie liefert leichte, blumig-fruchtige Grundweine mit frischer Säure, die nach Apfel und weißen Blüten duften. Solche Weine brauchen keine Jahre auf der Hefe. Sie schmecken am besten, wenn die Frucht noch lebt, und genau dafür ist der Tank gemacht.
Glera gilt als halbaromatisch. Sie duftet deutlich, ohne so üppig zu werden wie ein Muskateller, und bleibt im Schaumwein dadurch ruhig und klar. Mit meist rund elf Prozent Alkohol im fertigen Wein sind die Weine leicht, was ihre Beliebtheit als Aperitif erklärt.
Der Rest von höchstens 15 Prozent darf aus alten Hügelsorten kommen: Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera und Glera lunga. Es sind Sorten, die in den Hügeln seit langem neben der Glera wachsen.
Nach den Zahlen des Konsortiums von 2024 liegen rund 465 Hektar in den Rive und gut 100 Hektar im Cartizze. Alles Übrige, mehr als 8.000 Hektar, ist Superiore ohne Zusatz, also Glera in der Breite.
Die Lese fällt in den Spätsommer und zieht sich über Wochen hin, weil die Hänge unterschiedlich reifen: die tiefen, warmen Lagen kommen zuerst, die hohen, kühlen zuletzt. Rosé gibt es in dieser DOCG nicht. Wer Prosecco aus der Ebene kennt, findet hier dieselbe Sorte wieder, der Unterschied liegt im Hang und in der Handarbeit.