
Cuvée und Reserve
Grundwein & Cuvée
Franciacorta beginnt im August. Wenn anderswo noch die Sommerhitze steht, schneiden die Leser in den Weinbergen um Erbusco und Corte Franca die ersten Trauben, damit der Zucker nicht zu hoch und die Säure nicht zu niedrig wird. Geerntet wird von Hand, in kleinen Kisten, damit die Beeren ganz bleiben und der Saft hell.
Gepresst wird behutsam. Zuerst läuft die Cuvée, der feinste und säurebetonte Teil des Mosts, danach die Taille mit mehr Gerbstoff und Farbe. Die Häuser entscheiden, wie viel davon in den Grundwein geht. Meist wird jede Sorte und jede Parzelle zunächst für sich vergoren, im Stahltank oder im Holz.
Dann beginnt die Kunst der Assemblage. Der Kellermeister probiert viele Einzelweine, sortenrein und aus verschiedenen Lagen, und stellt daraus die Cuvée zusammen. Für den Franciacorta ohne Jahrgang kommen Reserveweine früherer Ernten dazu, damit das Haus jedes Jahr dieselbe Handschrift zeigt, auch wenn ein Sommer zu nass oder zu heiß war.
Der Jahrgangsschaumwein, im Italienischen „Millesimato“, stammt dagegen überwiegend aus einem einzigen Jahr, nach EU-Recht zu mindestens 85 Prozent, und muss mindestens 30 Monate auf der Hefe liegen. Er zeigt, was ein Jahr geleistet hat, und fällt darum nicht jedes Mal gleich aus. Die Cuvée Annamaria Clementi von Ca’ del Bosco ist ein bekanntes Beispiel für einen Wein, der nur in guten Jahren entsteht.
Manche Typen sind schon durch den Grundwein festgelegt. Der Satèn besteht aus weißen Trauben, also ein Blanc de Blancs aus Chardonnay und Pinot bianco. Für den Rosé gilt: mindestens 35 Prozent Pinot nero.