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Rebsorten in der Region Lambrusco

Farbe im Schaum

Rebsorten

Lambrusco ist kein einzelner Wein, sondern eine Rebsortenfamilie, deren Mitglieder eigene Herkunftsbezeichnungen tragen. Woher sie stammt und wie sie zu ihrem Ruf kam, gehört zur Weinreise. Hier zählt, was die Sorten für den Schaum leisten.

Die DOC Modena verlangt mindestens 85 Prozent Lambrusco-Sorten, darunter Grasparossa, Salamino und Sorbara. Die DOC Lambrusco Grasparossa di Castelvetro fordert nach ihrer Produktionsvorschrift mindestens 85 Prozent Grasparossa. Aus denselben Reben entsteht auch Rosé, die Vorschriften nennen rosato ausdrücklich als Typ.

Für Schaumwein ist das ungewöhnlich, denn die Reben liefern dunkle Beeren. Aus den Schalen kommen Farbe und Gerbstoffe, und beides verändert, wie der Schaum aussieht und wie die Kohlensäure schmeckt. Gelöste Kohlensäure wirkt wie zusätzliche Säure, ein gerbstoffreicher Wein kann dadurch hart werden. Winzer stellen Lese und Maischezeit deshalb so ein, dass die Gerbstoffe leise bleiben.

Im Glas steht oft violetter oder rosa Schaum. Ein Champagner aus Pinot noir wird dagegen rasch gepresst, damit die Schalen ihre Farbe nicht abgeben. Beim Lambrusco ist die Farbe das Ziel.

Der Lambrusco di Sorbara gilt als der hellste und säurebetonteste der Familie, mit zartem Duft nach Veilchen. Er verträgt feine Perlage besonders gut, und genau deshalb greifen Winzer für Flaschenvarianten gern zu ihm. Weil die Namen so ähnlich klingen, lohnt ein Blick auf das Etikett: Die Herkunftsbezeichnung nennt die Rebe. Der Grasparossa wächst an den Hängen um Castelvetro, bringt dunkle Farbe und spürbare Gerbstoffe mit und trägt einen vollen Körper.

Der Salamino di Santa Croce hat seinen Namen von den kleinen, dichten Trauben, die an eine kurze Salami erinnern. Wer rote Schaumweine aus anderen Ländern kennt, etwa aus Spätburgunder, wird in der Emilia vor allem den Unterschied im Gerbstoff schmecken.

Dazu im Lexikon

Spätburgunder als roter GrundweinSchwarzriesling im Schaumwein
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