
Jenseits des Po
Region & Geschichte
Oltrepò Pavese Metodo Classico heißt der Schaumwein aus den Hügeln südlich des Po in der Provinz Pavia, Lombardei. Der Name sagt es schon: Oltrepò bedeutet „jenseits des Po“, gesehen von Pavia aus. Wer von der Ebene über den Fluss fährt, kommt in sanfte Hügel, die zum Apennin hin ansteigen.
Die Geschichte des Schaumweins beginnt hier um 1865. Graf Augusto Giorgi di Vistarino soll damals Pinot-nero-Reiser aus Frankreich mitgebracht und auf seinem Gut Rocca de' Giorgi gepflanzt haben. So erzählt man es in der Gegend bis heute, und die Rebsorte wächst hier seit gut 150 Jahren.
Das Anbaugebiet reicht von den Hügeln um Casteggio und Broni bis in die höheren Täler von Versa, Scuropasso und Staffora. Orte wie Santa Maria della Versa und Montecalvo Versiggia liegen mitten im Schaumweinland.
Einen eigenen rechtlichen Rahmen bekam der Metodo classico mit der DOCG, die nach gängiger Angabe seit 2007 besteht. Sie verlangt mindestens 70 Prozent Pinot nero, den Rest teilen sich Chardonnay, Pinot grigio und Pinot bianco. Steht „Pinot nero“ als Zusatz auf dem Etikett, sind es mindestens 85 Prozent. Erkennbar ist der geschützte Wein an der Angabe „Oltrepò Pavese Metodo Classico“.
Das Rosé-Gegenstück hat einen eigenen Namen: Cruasé, ein Kunstwort aus „cru“ und „rosé“. Es ist eine Kollektivmarke des Konsortiums, die Mitglieder für Roséschaumwein aus 100 Prozent Pinot nero nutzen; vorgestellt wurde sie 2009 auf der Messe Vinitaly.
Rund 3.000 Hektar Pinot nero stehen im Oltrepò, bei insgesamt etwa 13.500 Hektar Rebfläche. Damit gilt das Gebiet als größtes Pinot-nero-Anbaugebiet Italiens. Dass so viel Pinot nero so nah an Mailand wächst, überrascht viele, die bei italienischem Schaumwein zuerst an Prosecco denken.