
Mergel und Höhe
Boden & Klima
Der 45. Breitengrad, genau auf halbem Weg zwischen Äquator und Nordpol, läuft durch den Oltrepò. Das klingt nach südlicher Wärme, und im Sommer wird es dort auch warm. Dass die Trauben trotzdem Säure behalten, liegt an den Hügeln: Je höher die Rebzeilen am Hang stehen, desto kühler sind die Nächte.
Besonders in den höheren Lagen der Täler von Versa und Scuropasso schwanken die Temperaturen zwischen Tag und Nacht stark. Genau dieser Unterschied bewahrt die Säure, die ein Grundwein für Schaumwein braucht, weil sie dem Wein nach der zweiten Gärung Spannung und Haltbarkeit gibt.
Der Boden besteht überwiegend aus kalkhaltigem Ton. An manchen Stellen treten Mergel, Kalkstein, schiefriges Gestein und Gips zutage. Solche Böden speichern Wasser, geben es langsam ab und lassen die Reben tief wurzeln. Kalkreiche Lagen gelten bei Schaumwein als Vorteil, weil sie dem Wein eine straffe, mineralische Note geben.
Pinot nero reift früh und verliert in sehr warmen Lagen schnell an Frische; deshalb sucht man für ihn Höhe.
Dazu kommt die Lage zwischen Po-Ebene und Apennin. Der Wind aus den Bergen vertreibt morgens den Nebel, und die Hänge trocknen rasch ab. Auf Karten und Etiketten begegnen dir Namen wie Golferenzo oder Montalto Pavese; sie stehen für Hügelzüge, in denen der Pinot nero seit langem zu Hause ist.
Für den fertigen Schaumwein zählt noch ein Detail im Keller: Flaschen auf der Hefe brauchen einen Raum, der das ganze Jahr über kühl und gleichmäßig bleibt, damit die zweite Gärung langsam abläuft und feine Perlen entstehen.