
Seit 1991 Crémant
Region & Geschichte
Der Crémant de Luxembourg kam spät und mit klarer Absicht: Am 4. Januar 1991 legte eine Verordnung der Regierung fest, dass Schaumwein von der Luxemburger Mosel diesen Namen tragen darf, wenn er in der Flasche vergoren wurde. Schaumwein gab es im Land längst, nur trug er keinen eigenen geschützten Namen.
Wie alt die Schaumweintradition ist, zeigt das Haus Bernard-Massard in Grevenmacher. Jean Bernard-Massard, zuvor Kellermeister in der Champagne, gründete es 1921 und baute dafür einen Keller direkt am Moselufer, um Schaumwein nach dem Verfahren der Champagne zu machen, das heute traditionelle Flaschengärung heißt. Nach Angaben des Hauses führt die Familie den Betrieb in fünfter Generation.
Der zweite Pfeiler ist die Genossenschaft. Am 16. April 1966 unterzeichneten fünf Winzergenossenschaften den Vertrag, aus dem die Domaines Vinsmoselle wurden; Wormeldange trat 1988 bei. Die Verwaltung sitzt seit 1971 im Schloss von Stadtbredimus, die Kellereien stehen in Greiveldange, Grevenmacher, Remerschen, Stadtbredimus und Wellenstein.
Als 1991 der Crémant dazukam, erhielt die Crémant-Reihe der Genossenschaft den Namen Poll-Fabaire; ihr Entwicklungszentrum für Crémant steht in Wormeldange. Nach Angaben aus dem Land bewirtschaften die Mitglieder rund die Hälfte der Rebfläche, darum steht Vinsmoselle für einen großen Teil der Crémants.
Das Etikett nennt seitdem die Marque nationale, das staatliche Zeichen der Luxemburger Weine, zusammen mit der kontrollierten Herkunft Crémant de Luxembourg. Das Rebland selbst bleibt klein: rund 1.300 Hektar auf einem Streifen von etwa vierzig Kilometern zwischen Schengen und Wasserbillig, aus dem jährlich ungefähr drei Millionen Flaschen Crémant stammen.
Der Name ist nicht an Frankreich gebunden: Crémant dürfen auch geschützte Schaumweine aus Luxemburg tragen, und das schon seit 1991, also lange vor dem belgischen Crémant de Wallonie von 2008.