
Kalk am Fluss
Boden & Klima
Auf welchem Boden wächst Crémant de Luxembourg? Auf Kalk und Mergel. Entlang der Mosel, auf rund vierzig Kilometern zwischen Schengen im Süden und Wasserbillig im Norden, liegen die Reben in einem schmalen Streifen am linken Ufer, an manchen Stellen nur dreihundert bis vierhundert Meter breit.
Der Untergrund besteht überwiegend aus Muschelkalk, einem Meereskalk aus der Trias, und aus den bunten Mergeln des Keupers, einer Mischung aus Kalk und Ton. Schiefer, der das Bild der Mosel weiter flussabwärts bestimmt, gibt es hier nicht. Kalk bringt Weine mit klarer, straffer Säure, und genau die braucht ein Grundwein, der später noch einmal in der Flasche gären soll.
Das Klima der Moselhänge ist kühl genug, um Säure zu bewahren, und warm genug, um Trauben zu reifen. Für Schaumwein ist das ein Vorteil: Die Lese beginnt früh, die Trauben bringen wenig Zucker mit und viel Frische, und der Alkohol im Grundwein bleibt niedrig.
Die Lagen sind klein und zahlreich: Rund hundert Weinbergsnamen zählt man entlang des Flusses. Die Stillweine tragen Stufen wie Premier Cru und Grand Premier Cru, so etwa ein Riesling von den Côtes de Grevenmacher aus dem Haus Bernard-Massard. Beim Crémant der Genossenschaft kommen die Trauben von vielen Winzern und Orten zusammen.
Dazu kommt der Keller. Bernard-Massard baute seinen 1921 unmittelbar am Moselufer, und für alle Häuser gilt dasselbe: Je kühler und ruhiger die Flaschen liegen, desto langsamer arbeitet die Hefe und desto feiner werden später die Perlen.
Am südlichen Ende, rund um Schengen, Remerschen und Wellenstein, liegt die Obermosel, das Kerngebiet des säurereichen Elbling. Dort wächst die Sorte auf Kalk und behält eine Frische, die Grundweine für Schaumwein gut gebrauchen können.