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Region & Geschichte in der Region Wien & die Sektkellereien

Zwei Häuser, 1842

Region & Geschichte

Wer wissen will, wie österreichischer Sekt entstand, kommt nach Wien-Heiligenstadt. Dort, am Fuß der Weinberge von Döbling, liegt die Sektkellerei Schlumberger. Das Haus geht auf das Jahr 1842 zurück und auf Robert Schlumberger, einen gebürtigen Stuttgarter, der vorher in Reims beim Champagnerhaus Ruinart gearbeitet hatte.

Gegründet wurde die Firma allerdings zunächst in Goldeck im Maital in Bad Vöslau, südlich von Wien. Schlumberger wollte nach französischem Vorbild einen Schaumwein aus heimischen Trauben machen. Sein Sekt gilt als der erste österreichische nach der traditionellen Methode, also mit der zweiten Gärung in der Flasche. Später erwarb er in Heiligenstadt mehrere aneinandergrenzende Keller, die bis heute das Herz der Kellerei bilden.

Ein zweites Wiener Haus ist Kattus. Nach Angaben des Hauses gründete Johann Kattus 1857 einen Spezialitätenhandel am Hof in der Innenstadt, wo er Wein, Kaffee, Tee, Südfrüchte, Spirituosen und Champagner verkaufte. Eigenen Sekt stellte man ab 1890 her. Johann Nepomuk Kattus schuf die Marke Hochriegl, benannt nach seiner besten Weinlage, und das Haus belieferte den k.u.k. Hof. Heute sitzt Kattus in der Billrothstraße in Döbling.

Wie viel Österreich im Glas steckt, regelt seit 2016 die Sektbezeichnungsverordnung. Das Österreichische Sektkomitee hatte dafür drei Stufen ausgearbeitet, die als Sekt-g.U.-Pyramide bekannt sind: Klassik, Reserve und Große Reserve. Auf dem Flaschenhals sitzt eine rot-weiß-rote Banderole mit dem Zeichen „Österreichischer Sekt geschützter Ursprung“. Geprüft wird amtlich, über das Bundesamt für Weinbau in Eisenstadt und die HBLA Klosterneuburg.

Wer ohne die drei Stufen auskommt, darf weiterhin „Sekt“ schreiben, nur eben ohne das Kürzel g.U. Ein solcher Markensekt kann aus Grundwein beliebiger Herkunft bestehen und ist auf dem Markt häufig. Das Kürzel selbst sagt dir dagegen, dass die Trauben aus dem genannten Gebiet kommen und die Regeln der Pyramide eingehalten wurden. Die Verordnung wurde 2018 noch einmal geändert.

Dazu im Lexikon

Was Sekt, Champagner und Prosecco unterscheidetWie die traditionelle Flaschengärung funktioniert
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