
Gewölbe und Wienerwald
Boden & Klima
Unter den Straßen von Heiligenstadt verläuft ein Netz aus Gewölbekellern. Nach Angaben von Schlumberger ist es rund zweieinhalb Kilometer lang und aus mehreren Kellern zusammengewachsen, die das Haus erwarb. Hier liegt der Sekt zur Reife, und bei Führungen kann man durch die Gänge laufen.
Für Schaumwein ist ein solcher Keller ideal, weil es unter der Erde das ganze Jahr ähnlich kühl bleibt. Bei niedrigen, gleichmäßigen Temperaturen arbeitet die Hefe langsam, und der Sekt behält seine Frische. Kreide wie in der Champagne gibt es in Wien nicht, der Zweck der Keller ist aber derselbe.
Die Trauben wachsen meist nicht in der Stadt. Wien hat zwar Weingärten am Stadtrand, doch Grundweine für Sekt kommen oft aus Niederösterreich. Auf den Etiketten steht dann „Niederösterreich“ hinter der Angabe Sekt g.U., denn die Stufe Klassik verlangt als Herkunft nur ein Bundesland.
Das Klima rund um Wien ist warm und eher trocken, weil von Osten die pannonische Ebene herüberwirkt. Der Wienerwald im Westen bringt kühlere Nächte und frische Luft. Für Sekt zählt vor allem, dass die Trauben früh gelesen werden, solange die Säure hoch und der Zucker noch niedrig ist.
Schlumbergers Ursprung liegt in Bad Vöslau, am Rand des Wienerwalds südlich der Stadt. Dort ist die Firma 1842 entstanden, lange bevor die Keller in Heiligenstadt dazukamen.
Die Herkunft wird mit jeder Stufe der Pyramide enger. Bei der Reserve müssen Ernte und Pressung im selben Bundesland stattfinden. Die Große Reserve verlangt eine einzelne Gemeinde mit mindestens 85 Prozent der Trauben, auch eine Ried oder Großlage darf genannt werden. So wird aus der Ortsangabe ein Qualitätsmerkmal, ähnlich wie bei den Lagen im Burgund.