
Welschriesling und Co.
Rebsorten
Welche Rebsorte in einen österreichischen Sekt gehört, schreibt die Verordnung nicht vor. Verlangt werden Qualitätsweinsorten, also Sorten, die für Qualitätswein zugelassen sind. Das lässt viel Spielraum, und die Häuser nutzen ihn.
Häufig genannt werden Welschriesling und Grüner Veltliner. Der Welschriesling bringt hohe Säure und wenig Eigenaroma mit. Genau das braucht ein Schaumwein, denn die Perlage soll vom Hefelager geprägt werden und nicht von üppiger Frucht. Kattus hat aus Welschriesling sogar einen Pét-Nat gemacht, den Nepomuk, dessen Gärung in der Flasche zu Ende geht.
Der Grüne Veltliner steuert eine würzige, leicht pfeffrige Note bei. Sie rundet sich, wenn der Sekt länger auf der Hefe liegt. Dazu kommen Riesling mit seiner straffen Säure sowie Weißburgunder, Chardonnay und Pinot noir. Daraus entstehen Cuvées, in denen jede Sorte einen Teil beiträgt.
Auch Rosé gibt es als Sekt g.U., etwa einen Kattus Cuvée Rosé Brut der Stufe Klassik aus Niederösterreich. Rot gekeltert wird dafür nicht unbedingt, oft genügt ein kurzer Kontakt des Mosts mit den Beerenhäuten.
Dass die Sortenwahl frei ist, heißt nicht, dass sie beliebig wäre. Wer einen Sekt über dreißig Monate auf der Hefe liegen lassen will, braucht Trauben mit genug Säure und Substanz, sonst ist der Wein nach drei Jahren müde. Reife Früchte mit wenig Säure fallen im Sektkeller schnell durch. Gerade bei langem Lager zahlt sich die Säure aus, denn sie hält den Sekt über Jahre lebendig.