
Früh lesen, mischen
Grundwein & Cuvée
Der Grundwein ist in Távora-Varosa ein eigener, noch stiller Wein, der erst später sprudelt. Er wird früh gelesen, wenn die Trauben viel Säure und wenig Zucker haben, und schmeckt deshalb herb und schlank, fast zu sauer zum Trinken. Genau das braucht der Schaumwein. Vor der Lese messen die Winzer Zucker und Säure und ernten, bevor die Säure zu stark fällt.
Gepresst wird behutsam. Die Trauben kommen ganz in die Presse, damit der Saft hell bleibt, und nur der erste, feinste Teil der Pressung, die Cuvée, geht in den Schaumwein. Der Rest, die Taille, ist kräftiger und gerbstoffreicher. Bei Pinot Noir ist das wichtig, weil sonst Farbe aus der Schale in den Saft läuft.
Danach folgt die Assemblage, das Mischen. Der Kellermeister verschneidet Weine aus verschiedenen Sorten, Lagen und Höhenstufen zur Cuvée. Auch Reserveweine aus früheren Jahren können dazukommen, damit ein Haus jedes Jahr gleich schmeckt.
Dann gibt es zwei Wege. Ohne Jahrgang ist der Wein eine Mischung mehrerer Ernten. Mit Jahrgang stammt er aus einem einzigen Jahr und zeigt dessen Wetter. Raposeira führt etwa einen Super Reserva Blanc de Noirs mit Jahrgang 2017, also aus einer einzigen Ernte.
Blanc de Blancs heißt weißer Wein aus weißen Trauben, in Távora-Varosa also aus weißen Sorten wie Chardonnay. Blanc de Noirs ist weißer Wein aus roten Trauben, hier aus Pinot Noir. Beide Stile füllt Raposeira als Super Reserva ab.
Auch der Rosé braucht eine Erklärung. Bei Schaumwein darf er durch Mischen von Weiß- und Rotwein entstehen, bei Stillwein ist das in der EU verboten. Ein rosa Espumante kann also eine Cuvée aus beiden Weinen sein.