
Kalk und Ton
Boden & Klima
Wer vom Montserrat nach Süden zur Küste schaut, sieht das Penedès in Stufen abfallen. Oben, im Alt Penedès, liegen die Weinberge höher und die Nächte bleiben kühler. Weiter unten, nahe dem Mittelmeer, reifen die Trauben früher und wärmer. Fachleute unterscheiden deshalb eine küstennahe, eine mittlere und eine höher gelegene Zone. Die Höhenunterschiede erlauben es, Trauben für Grundweine aus mehreren Lagen zu kombinieren.
Der Boden besteht überwiegend aus Kalk und Ton. Kalkböden gelten als wasserspeichernd und geben dem Wein oft eine straffe, mineralische Art. Ton hält Feuchtigkeit und macht die Reben im trockenen Sommer widerstandsfähiger. Für Schaumwein ist beides willkommen, denn er braucht Trauben, die ihre Säure behalten.
Das Klima ist mediterran, mit milden Wintern, heißen Sommern und wenig Regen. Corpinnat verlangt ökologischen Anbau, und das spüren die Winzer in feuchten Jahren, wenn der Mehltau droht und keine synthetischen Mittel zur Verfügung stehen. Begrünung zwischen den Reihen hält Wasser und Humus im Boden und stützt so die Reben.
Wie bei jedem Schaumwein entscheidet der Lesezeitpunkt über die Frische. Weil die Hitze den Zucker rasch steigen lässt, beginnt die Lese für den Grundwein früh im Spätsommer, lange bevor andere Weine geerntet werden. Der Wind vom Meer kühlt die Hänge am Abend ab, und der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht hilft, Aromen und Säure zu erhalten.
Einzelne Lagen tragen einen eigenen Namen. Bei Recaredo heißt eine Xarel·lo-Parzelle Turó d'en Mota, sie wurde 1940 gepflanzt und liefert nach Angaben des Hauses eine eigene Flasche. Alte Reben tragen wenig, und genau das macht den Wein haltbar für das lange Lager. Die Keller liegen meist unter der Erde, wo die Temperatur im Jahresverlauf kaum schwankt.