
Zahlen 2023 bis 2025
Wie viel Champagner wird verkauft – und wohin?
2025 hat die Champagne 266 Millionen Flaschen verschickt, der dritte Rückgang in Folge nach 299 Millionen 2023 und 271,4 Millionen 2024. Rund 152 Millionen Flaschen gingen ins Ausland, etwa 114 Millionen blieben in Frankreich. Größter Exportmarkt sind die USA, Deutschland liegt auf Platz vier.
Wie viel Champagner wird pro Jahr verkauft?
Die Branche zählt Versand, also Flaschen, die die Keller in der Champagne verlassen. Das ist nicht dasselbe wie der Verbrauch, denn Händler und Gastronomie halten eigene Lager. Als Maß für die Nachfrage taugt die Zahl dennoch. 2023 waren es 299 Millionen Flaschen, 2024 noch 271,4 Millionen, ein Minus von 9,2 Prozent. 2025 sank der Versand auf 266 Millionen Flaschen, rund 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr.
Gemessen an der weltweiten Schaumweinmenge ist das wenig. Laut Comité Champagne entfallen auf Champagner rund 9 Prozent der getrunkenen Menge, aber rund 35 Prozent des Wertes. Geliefert wird in rund 190 Länder. Hinter den Flaschen stehen etwa 16.200 Winzer, rund 370 Häuser und etwa 130 Genossenschaften, die zusammen den Markt versorgen.
Die Gewichte sind ungleich verteilt. Die Häuser verschicken mehr als zwei Drittel der Flaschen, obwohl sie nur einen kleinen Teil der Weinberge besitzen. Winzer und Genossenschaften teilen sich den Rest. Wer Champagner kauft, hält also meist die Flasche eines Hauses in der Hand, auch wenn die Trauben von vielen kleinen Betrieben stammen.
In welche Länder geht der meiste Champagner?
Frankreich selbst bleibt mit rund 114 Millionen Flaschen der mit Abstand größte Einzelmarkt. Im Export führen 2025 die USA mit rund 26,5 Millionen Flaschen, knapp vor dem Vereinigten Königreich mit rund 22,7 Millionen. Japan folgt mit rund 13,3 Millionen Flaschen, Deutschland mit rund 9,6 Millionen, Belgien mit rund 7,8 Millionen. Die fünf Länder zusammen nehmen damit gut die Hälfte des gesamten Exports ab.
Für Deutschland ist das eine interessante Zahl. Das Land war laut der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) 2018 der größte Schaumweinmarkt der Welt nach Menge. Getrunken wird hier aber vor allem Sekt aus deutscher Produktion, 2025 laut dem Verband Deutscher Sektkellereien rund 203 Millionen Flaschen von Januar bis November. Champagner ist hierzulande ein Getränk für besondere Anlässe geblieben.
Warum sinken die Champagner-Verkäufe?
Drei Rückgänge in Folge sind für die Region ungewohnt. Die Gründe unterscheiden sich je nach Markt, und die Branche gewichtet sie nicht einheitlich. 2024 gaben Inland und Export gleichermaßen nach, Frankreich um 7,2 Prozent, das Ausland um 10,8 Prozent. 2025 hielt sich der Export besser als der Heimatmarkt, das Vereinigte Königreich legte sogar leicht zu, während die USA etwas verloren. Champagner reagiert als Getränk für Feste empfindlich auf Kaufkraft und Stimmung. Wenn Haushalte sparen, verschieben sie zuerst den Luxus, nicht den Alltagswein.
Die Region antwortet über die Menge. Für die Ernte 2025 senkte das Comité Champagne den vermarktbaren Ertrag auf 9.000 Kilogramm je Hektar, 1.000 Kilogramm weniger als 2024. So sollen sich die Vorräte nicht stauen und die Preise für Trauben stabil bleiben. Weil Champagner mindestens 15 Monate reifen muss, wirkt jede Entscheidung über den Ertrag erst Jahre später im Regal.
Champagner im Vergleich mit Prosecco, Cava und Crémant
Der Blick auf die Nachbarn zeigt die Größenordnung. Prosecco DOC verkaufte 2025 rund 667 Millionen Flaschen, also das Zweieinhalbfache der Champagne, davon gut 82 Prozent im Export. Cava kam 2025 auf rund 190 Millionen Flaschen, nach einem Minus von fast 13 Prozent, das die DO vor allem mit Dürre und knappen Trauben erklärt. Die acht französischen Crémant-Appellationen setzten 2024 zusammen 114,5 Millionen Flaschen ab, mit Zuwachs.
Champagner ist damit weder der meistverkaufte noch der günstigste Schaumwein, aber einer mit weit überdurchschnittlichem Wert je Flasche. Interessant ist der Crémant: Er nutzt dieselbe traditionelle Flaschengärung wie der Champagner, kostet meist weniger und legte 2024 zu, während die Champagne verlor. Wie sich die Schaumweinarten rechtlich unterscheiden, zeigt die Themenreise zu den Schaumweinarten.