
Prosit Neujahr
Sekt an Silvester: Mengen, Anstoßen und Essen zum Jahreswechsel
Für das Anstoßen um Mitternacht reicht eine 0,75-Liter-Flasche Sekt für sechs bis sieben Gäste, für den ganzen Silvesterabend plant man mehr. Zu Raclette, Fondue und Fingerfood passt ein trockener Brut, zu Berlinern und Krapfen eher ein Extra Dry oder Demi-Sec.
Warum trinkt man an Silvester Sekt?
Schaumwein ist seit Jahrhunderten mit Festen verbunden, zuerst an den Höfen Europas, später in den Häusern des Bürgertums. Das Ploppen des Korkens, das Aufsteigen der Perlen und der Moment des Einschenkens machen ihn zum Zeichen für einen Anfang. In der Silvesternacht ist das besonders sichtbar. Um Mitternacht klingen in sehr vielen Haushalten fast gleichzeitig die Gläser.
In Deutschland zeigt sich das in den Verkaufszahlen. Nach Angaben aus der Branche ist der Dezember mit Weihnachten und Silvester für die Sektkellereien der wichtigste Monat des Jahres. Laut Verband Deutscher Sektkellereien setzten die Hersteller von Januar bis November 2025 rund 203 Millionen Flaschen Sekt aus deutscher Produktion ab. Der Dezember mit dem Jahreswechsel kommt in dieser Rechnung erst noch dazu.
Wie viel Sekt braucht man für Silvester?
Für das Anstoßen um Mitternacht rechnet man mit einem Glas je Person. Bei 0,1 Litern je Glas reicht eine Standardflasche für sechs bis sieben Gäste, eine Magnum mit 1,5 Litern für zwölf bis vierzehn. Eine Feier mit zwanzig Gästen braucht also drei bis vier Flaschen allein für den Jahreswechsel. Wer kleiner einschenkt, kommt weiter. Wer großzügig füllt, stellt besser eine Flasche mehr kalt.
Wird den ganzen Abend Schaumwein getrunken, steigt die Menge. Wie stark, hängt von Gästen, Essen und Dauer ab, eine feste Norm gibt es nicht. Sinnvoll ist eine Planung mit einem Glas zum Empfang, einem oder zwei zum Essen und einem zu Mitternacht, dazu eine kühle Reserve. Genauso wichtig sind Wasser und alkoholfreie Getränke, auch alkoholfreier Sekt. So kann jeder mit anstoßen, ohne sich zum Trinken gedrängt zu fühlen, und alle kommen sicher nach Hause.
Anstoßen um Mitternacht: Bräuche und Legenden
Zum Jahreswechsel stößt man an, wünscht sich ein gutes neues Jahr und ruft „Prosit Neujahr“. Prosit ist Latein und bedeutet etwa „es möge nützen“. In Deutschland gilt es als höflich, sich beim Anstoßen in die Augen zu sehen. In großen Runden hebt man einfach das Glas, statt sich über den Tisch zu strecken. Beim Öffnen im Gedränge zeigt der Flaschenhals immer von Menschen weg.
Woher das Anstoßen selbst stammt, ist nicht geklärt. Eine verbreitete Geschichte behauptet, man habe früher kräftig aneinandergeschlagen, damit Wein von einem Becher in den anderen schwappt und niemand den anderen vergiften kann. Einen historischen Nachweis dafür gibt es nicht, die Geschichte ist eine Legende. Praktischer ist ein anderer Rat: Mit dünnwandigen Gläsern stößt man am Bauch des Glases an, nicht am empfindlichen Rand.
Was essen zu Sekt an Silvester? Raclette, Fondue und Berliner
In vielen deutschen Haushalten stehen an Silvester Raclette oder Fondue auf dem Tisch. Beide passen gut zu Schaumwein. Geschmolzener Käse, Kartoffeln und Speck bringen Fett und Salz, die ein trockener Brut mit seiner Säure ausgleicht. Ein Sekt aus Riesling oder Silvaner oder ein Crémant d’Alsace sind passende Partner. Beim Fondue mit Fleisch in heißem Fett gilt dasselbe wie bei allem Frittierten. Gart das Fleisch dagegen in Brühe, passt ein leichter Brut, und die Saucen entscheiden über die Feinheiten. Sehr süße oder scharfe Dips verlangen wieder nach einem Extra Dry.
Später in der Nacht kommen oft Berliner oder Krapfen auf den Tisch, Hefegebäck in Fett ausgebacken und mit Marmelade gefüllt. Hier treffen Fett und Zucker zusammen. Ein Brut wirkt daneben sauer, ein Extra Dry oder Demi-Sec dagegen rund. Am Neujahrstag gehört in manchen Familien ein Heringssalat dazu. Zu ihm passt wieder ein straffer Brut, dessen Säure den sauren und salzigen Fisch auffängt.