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Welche Rebsorten sind im Champagner erlaubt?

Acht plus Voltis

Welche Rebsorten sind im Champagner erlaubt?

Im Champagner sind acht Rebsorten erlaubt: Chardonnay, Pinot noir, Meunier, Pinot blanc, Pinot gris, Arbane, Petit Meslier und Chardonnay rose. Seit 2022 kommt die Neuzüchtung Voltis in kleinen Mengen hinzu. In der Praxis tragen drei Sorten fast die ganze Ernte.

Welche Rebsorten erlaubt das Champagner-Recht?

Wer Champagner kauft, hält fast immer eine Mischung aus drei Trauben in der Hand. Das Regelwerk der Appellation, das sogenannte Cahier des charges, ist großzügiger und nennt acht Hauptsorten. Neben Chardonnay, Pinot noir und Meunier sind das Pinot blanc, Pinot gris, Arbane, Petit Meslier und Chardonnay rose, eine Spielart des Chardonnay mit rosafarbener Beerenhaut. Alle anderen Trauben sind ausgeschlossen. Einen Champagner aus Riesling oder Sauvignon blanc kann es also nicht geben, egal wie gut er gemacht wäre.

Die Liste gilt für jede Flasche, vom einfachen Brut bis zur Prestige-Cuvée. Sie regelt aber nicht, in welchem Verhältnis die Sorten gemischt werden. Ein Haus darf einen Champagner aus einer einzigen Sorte machen oder aus allen acht. Seit 2022 steht mit Voltis eine pilzwiderstandsfähige Neuzüchtung auf einer eigenen Liste; sie darf nur in kleinen Mengen und nie allein verwendet werden. Herkunft und Regeln dieser Sorte erklärt die Station über seltene Schaumweinsorten.

Warum dominieren Chardonnay, Pinot noir und Meunier?

Auf dem Papier gibt es acht Sorten, im Weinberg fast nur drei. Knapp vier von zehn Rebstöcken sind Pinot noir, Meunier und Chardonnay teilen sich den Rest beinahe zu gleichen Teilen. Die vier alten Sorten Arbane, Petit Meslier, Pinot blanc und Pinot gris kommen laut Champagne-Büro zusammen auf weniger als 0,3 Prozent der Fläche.

Der Grund liegt im Weinberg. Als die Reblaus, ein aus Amerika eingeschleppter Rebenschädling, gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Weinberge Europas zerstörte, pflanzten die Winzer beim Neuaufbau bevorzugt Sorten, die sicher trugen. Arbane und Petit Meslier reifen spät und unregelmäßig und bringen wenig Ertrag. Chardonnay, Pinot noir und Meunier liefern im kühlen Norden Frankreichs dagegen verlässlich, was ein Grundwein für Schaumwein braucht: viel Säure, mäßigen Zucker und ein Aroma, das sich unter dem Hefeton nicht in den Vordergrund drängt.

Was jede Sorte zur Champagner-Cuvée beiträgt

Kaum ein Champagner ohne Jahrgang ist sortenrein. Der Kellermeister setzt die Cuvée aus vielen Grundweinen zusammen, und jede Sorte übernimmt dabei eine Aufgabe. Chardonnay bringt Säure, Zitrusnoten und Feinheit; er reift langsam und hält lange. Pinot noir gibt Körper, Struktur und einen Hauch roter Frucht, obwohl sein Saft weiß gekeltert wird. Meunier steuert Fruchtigkeit und Rundung bei und macht einen jungen Champagner früher zugänglich.

Aus diesem Zusammenspiel erklären sich die Hausstile. Ein Verschnitt mit viel Chardonnay wirkt schlanker und straffer, einer mit hohem Pinot-Anteil kräftiger und breiter. Wer mehr Meunier verwendet, setzt auf Frucht und Charme. Eine Angabe der Rebsorten ist beim Champagner keine Pflicht; viele Erzeuger nennen sie trotzdem auf dem Rückenetikett oder im Datenblatt. Reine Chardonnay- oder Pinot-Champagner tragen eigene Namen, Blanc de Blancs und Blanc de Noirs. Was sie als Stil ausmacht, erzählt die Themenreise zum Champagner.

Rebsorten im Vergleich: Champagner, Crémant, Sekt und Cava

Die feste Sortenliste ist ein Merkmal der Herkunft, nicht der Methode. Die traditionelle Flaschengärung, also die zweite Gärung in der Flasche, in der der Wein später verkauft wird, funktioniert mit jeder Traube. Crémant-Appellationen haben deshalb jeweils eigene Sorten: Im Elsass wachsen unter anderem Pinot blanc und Riesling, an der Loire prägt oft Chenin blanc den Crémant. Cava setzt auf Macabeo, Xarel·lo und Parellada, Prosecco auf mindestens 85 Prozent Glera.

Am freiesten ist der deutschsprachige Raum. Für Sekt b.A. aus Deutschland und für österreichischen Sekt g.U. gibt es keine Pflichtsorten; erlaubt ist, was im jeweiligen Gebiet als Qualitätswein angebaut werden darf. Ein deutscher Sekt kann daher aus Chardonnay und Spätburgunder bestehen und einem Champagner sehr nahe kommen. Ein Champagner kann umgekehrt nie nach Riesling schmecken. Wer verstehen will, warum zwei flaschenvergorene Schaumweine so verschieden ausfallen, schaut deshalb zuerst auf die Traube und erst danach auf das Verfahren.

Kurz unterschieden

Champagner
Geschlossene Liste mit acht Hauptsorten plus Voltis; Chardonnay, Pinot noir und Meunier stehen auf fast der ganzen Fläche.
Crémant
Jede Appellation hat eigene Sorten, im Elsass etwa Pinot blanc und Riesling, an der Loire oft Chenin blanc.
Sekt b.A.
Keine Pflichtsorten: Riesling, Burgundersorten oder Muskateller, je nach Anbaugebiet und Betrieb.
Cava
Hauptsorten sind Macabeo, Xarel·lo und Parellada; Chardonnay und Pinot noir sind zugelassen, aber in der Minderheit.

Dazu im Lexikon

Champagner im WeinlexikonRebsorte ChardonnayPinot noir und SpätburgunderCrémant: Herkunft und Regeln
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