Gustofolio
WissensweltManufakturen
ErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilen
Roadmap
WissensweltManufakturenErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilenBeta-RoadmapKonto erstellen
AnmeldenKonto erstellen
GetränkelexikonLexikonWissensreiseReisenThemenweltenThemenAlle ArtikelArtikelCocktailrezepteCocktails
  1. Alle Reisen
  2. ›
  3. Schaumwein-Reise
  4. ›
  5. Öffnen, Servieren & Gläser
  6. ›
  7. Kapitel 7 von 9
Aperol Spritz, Kir Royal, Bellini: Sekt oder Prosecco im Cocktail?

Mixen mit Schaumwein

Aperol Spritz, Kir Royal, Bellini: Sekt oder Prosecco im Cocktail?

In den Aperol Spritz und den Bellini gehört nach dem Originalrezept Prosecco, in den Kir Royal Champagner. Grundsätzlich passt in Cocktails ein trockener, fruchtiger Schaumwein am besten, oft aus der Tankgärung. Sekt oder Crémant sind gute Alternativen, teure Champagner mit langem Hefelager gehen im Likör eher unter.

Sekt oder Prosecco für Cocktails: Worauf es ankommt

Ein Schaumwein im Cocktail muss gegen Likör, Saft oder Bitteres bestehen. Was dabei zählt, sind Frucht, Säure und Kohlensäure. Die feinen Noten von Brioche und Nuss, für die ein Champagner jahrelang auf der Hefe liegt, verschwinden neben einem Bitterlikör fast vollständig. Für die meisten Mischgetränke reicht deshalb ein frischer Schaumwein, der nach Apfel, Birne oder Zitrus duftet.

Entscheidend ist die Süße. Likör und Sirup bringen viel Zucker mit, darum passt ein Brut mit unter 12 g/l Zucker meist besser als ein trockener Sekt. Achtung bei den Begriffen: Trocken bedeutet beim Schaumwein 17 bis 32 g/l, Extra Dry liegt mit 12 bis 17 g/l dazwischen. Ein Prosecco Extra Dry wirkt im Spritz rund, weil seine leichte Süße das Bittere des Aperitifs abfedert.

Damit die Kohlensäure im Glas bleibt, sollten alle Zutaten gut gekühlt sein. Der Schaumwein kommt in vielen Rezepten zuerst ins Glas oder zuletzt dazu, je nach Drink. Gerührt wird kurz und sanft, nie mit dem Shaker. Wer schüttelt, hat am Ende ein flaches Getränk mit viel Schaum, der in Sekunden zusammenfällt.

Aperol Spritz: Prosecco, Aperol und Soda

Der Aperol Spritz verbindet zwei Geschichten aus Venetien. Den Aperitif Aperol entwickelten die Brüder Luigi und Silvio Barbieri 1919 in Padua, mit weniger Alkohol als die bitteren Konkurrenten ihrer Zeit. Der Spritz selbst geht der verbreiteten Erzählung nach auf das 19. Jahrhundert zurück, als Venetien zu Österreich gehörte. Die Soldaten sollen den kräftigen Wein mit einem Spritzer Wasser verdünnt haben.

Die International Bartenders Association nennt als offizielles Rezept 9 cl Prosecco, 6 cl Aperol und einen Spritzer Sodawasser. Daraus ist die bekannte Faustregel drei zu zwei zu eins entstanden. Prosecco DOC ist dafür die naheliegende Wahl, weil Glera viel Frucht und wenig Säure mitbringt. Ein trockener Sekt aus Riesling funktioniert ebenso, er macht den Drink etwas schärfer und frischer.

Kir Royal und Bellini: Klassiker aus Burgund und Venedig

Der Kir trägt den Namen von Félix Kir, Domherr und nach dem Zweiten Weltkrieg lange Bürgermeister von Dijon. Er servierte bei Empfängen Weißwein aus der Rebsorte Aligoté mit einem Schuss Crème de Cassis, einem Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Wird statt des Stillweins Champagner verwendet, heißt der Drink Kir Royal. Ein Crémant de Bourgogne passt geografisch genau dazu und ist ebenfalls flaschenvergoren.

Den Bellini erfand nach Angaben des Unternehmens Giuseppe Cipriani 1948 in Harry’s Bar in Venedig. Er mischte Püree aus weißen Pfirsichen mit Prosecco und benannte das zartrosa Getränk nach dem venezianischen Renaissancemaler Bellini. Das Püree macht den Drink dicht und fruchtig. Ein zu säurearmer oder süßer Schaumwein wirkt darin schnell breit, ein Brut hält ihn frisch.

Mimosa, Hugo und alkoholfreie Varianten

Noch einfacher ist die Mimosa aus Orangensaft und Schaumwein, in Großbritannien als Buck’s Fizz mit mehr Schaumwein bekannt. Der Hugo gilt als Erfindung aus Südtirol in den 2000er-Jahren. Er mischt Holunderblütensirup, Minze, Limette, Prosecco oder Sekt und Sodawasser. In beiden Drinks zählt vor allem eine lebhafte Säure, die den Saft oder Sirup trägt.

Alle Klassiker lassen sich auch ohne Alkohol mischen. Alkoholfreier Sekt bringt die Kohlensäure mit, ist aber oft süßer als ein Brut. Dann lohnt es, beim Sirup oder Likörersatz sparsamer zu sein. Wer einen Cocktail mit Schaumwein serviert, sollte bedenken, dass süße, kalte Mischungen den Alkohol kaum schmecken lassen. Ein Spritz enthält trotzdem Wein und Aperitif, also eine spürbare Menge Alkohol.

Für jeden dieser Drinks gilt dasselbe Prinzip wie beim Einschenken pur. Das Glas wird schräg gehalten, der Schaumwein läuft an der Wand hinunter und kommt nicht in hohem Bogen auf Eis oder Saft. Eiswürfel und Fruchtstücke wirken wie Keime für Bläschen und lassen den Drink stark aufschäumen. Wer langsam gießt und erst am Ende kurz umrührt, behält mehr Kohlensäure im Glas und damit die Frische, um die es beim Mischen mit Schaumwein eigentlich geht.

Kurz unterschieden

Prosecco DOC
Fruchtig aus dem Tank, oft Extra Dry mit 12 bis 17 g/l. Standard im Aperol Spritz und im Bellini.
Champagner
Gehört ins Original des Kir Royal. Seine Hefenoten aus mindestens 12 Monaten Lager gehen im Likör aber weitgehend unter.
Crémant de Bourgogne
Flaschenvergoren aus Burgund wie der Kir selbst. Eine naheliegende Wahl für den Kir Royal.

Dazu im Lexikon

Prosecco: Glera, DOC und DOCGBrut oder Extra Dry: was süßer istAlkoholfreier Sekt im Überblick
ZurückWie lange hält offener Sekt – und welcher Verschluss hilft?WeiterAlkoholfreier Sekt: Wie er gemacht wird und was er kann

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft