
Morisqueta und Churipo
Essen & Trinken
Morisqueta gehört in den Dörfern der Tierra Caliente zum Alltag, dort, wo die wilden Agaven wachsen. Der Reis kommt mit knusprig ausgelassenen Schweineschwarten, Chorizo und roter Chilisauce auf den Teller. Deftig ist er, so wie das Klima hier heiß ist.
Bei Festen kommt häufig Churipo auf den Tisch. Das ist ein Eintopf der Purépecha aus Rindfleisch, Gemüse und getrockneten Chilis. Serviert wird er meist zusammen mit Corundas, dreieckigen Tamales aus Maisteig.
Mezcal aus Etúcuaro oder Tzitzio trinkt man zu solchen Anlässen selten allein. Bei den Fiestas patronales, den Schutzpatronsfesten der Dörfer, geht eine einzige Jícara mit Mezcal von Hand zu Hand durch die Runde. Jeder nimmt einen kleinen Schluck und reicht sie weiter.
Diese Art zu trinken erdet den Mezcal wieder dort, wo er herkommt: aus der gemeinsamen Arbeit am Ofen, nicht aus der Bar. Zur rauchigen, kiefrigen Note des Destillats passt die Schärfe der roten Sauce auf der Morisqueta besonders gut. Sie überdeckt den Rauch nicht, sondern ergänzt ihn.
Wer stattdessen Churipo isst, findet im Mezcal ein Gegengewicht. Es hält gegen die Säure der Chilis und die Schwere des Rindfleischs, ohne dass ein Getränk das andere übertönt.
Beide Gerichte verlangen keine Etikette und kein Vorwissen, nur Geduld beim Kochen. Genau das gilt auch für das Mezcal-Handwerk in denselben Dörfern.
Wer eines der beiden Gerichte zum ersten Mal isst, merkt schnell, dass hier niemand für Touristen kocht. Die Rezepte stammen aus den Küchen der Familien, die auch die tabernas betreiben.