
Rauch, Kiefer, Frucht
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Kräftiger Rauch wie aus Oaxaca wird bei einem ersten Mezcal aus Michoacán oft erwartet. Meist bleibt er aus. Kiefernholz, grüner Pfeffer und reife Frucht treten hier stärker hervor als der Rauch selbst.
Der Mezcal Derrumbes Michoacán aus Tzitzio zeigt das gut. Gebrannt hat ihn der Maestro Destilador Guadalupe Pérez, aus Agave Cupreata und Agave Alto, im Alambique Filipino. Nach Angaben der Hersteller zeigt er Holzrauch, Kiefer, grünen Pfeffer und süße Frucht. Dieses Profil prägt schon die unterirdische Gärung in kiefernverkleideten Gruben mit. Sein Geschmack gilt vielen als typisch für die tabernas von Tzitzio.
Seit 2018 organisiert die Unión de Mezcaleros de Michoacán die Ruta del Mezcal Michoacano. Die Route führt durch Charo, Indaparapeo, Madero, Morelia, Queréndaro und Tzitzio. Besucher besuchen dabei tabernas und probieren direkt bei den Meistern.
Etúcuaro selbst ist mit mehr als 250 Produzenten das Herz der Region. Es zeigt am deutlichsten, wie unterschiedlich Mezcal aus wilden Agaven ausfallen kann. Jede taberna hat ihren eigenen Ofen, ihr eigenes Wasser, ihre eigene Hefe. Entsprechend unterscheidet sich jede Flasche von der nächsten.
Getrunken wird in kleinen Schlucken, aus einer Jícara, einer ausgehöhlten Kürbisschale, oder aus einem einfachen kleinen Glas. Hastig trinkt hier niemand, und schon gar nicht aus der Flasche direkt. Wer zu schnell trinkt, verpasst genau die Kiefer- und Fruchtnoten, die diese Region ausmachen. Das gilt in der taberna genauso wie am gedeckten Tisch zu Hause.
Ein kurzer Atemzug über dem Glas reicht vor dem ersten Schluck oft schon. So lässt sich Rauch von Kiefer unterscheiden.