
Kloster & Bergwerk
Region & Geschichte
In der Wüste um Charcas lebten vor der spanischen Eroberung halbnomadische Chichimeken, darunter die Guachichiles. Sie sammelten den wilden Maguey Salmiana und kannten sein süßes Aguamiel, lange bevor hier jemand etwas brannte.
Die Spanier kamen wegen des Silbers. 1773 fanden Bergleute reiche Adern bei Real de Catorce, binnen weniger Wochen entstanden fast fünfzig Minen, 1779 wurde der Ort offiziell gegründet. Auch das nahe Charcas wuchs zum Bergbauort mit Silber, Blei und Zink, und Abenteurer aus ganz Neuspanien zogen in die karge Hochebene.
Mitten in dieser Landschaft gründeten Karmelitermönche im 17. Jahrhundert die Hacienda Laguna Seca und begannen, aus dem wilden Maguey Salmiana Mezcal zu brennen. Später gehörte das Gut der Familie Maldonado Zapata. Der Überlieferung nach zog während des Unabhängigkeitskriegs sogar die Truppe von Miguel Hidalgo an der Hacienda vorbei.
Bis heute gilt Laguna Seca als die älteste noch arbeitende Mezcal-Fabrik Mexikos. Seit 1994 gehört San Luis Potosí zu den ursprünglichen Bundesstaaten des Mezcal-Schutzgebiets, zusammen mit Oaxaca, Guerrero, Durango und Zacatecas. Der Herkunftsschutz bedeutet: Was hier aus Agave gebrannt wird, darf Mezcal heißen, niemals Tequila, und muss immer zu hundert Prozent aus Agavezucker bestehen, ein Mixto wie bei Tequila gibt es nicht.
Vom Bergbau-Reichtum ist im Altiplano wenig geblieben, der Mezcal aber überlebte als halbindustrielles Handwerk der Haciendas aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Nach Zahlen des Mezcal-Rats COMERCAM steuerte San Luis Potosí 2023 knapp ein Prozent der landesweiten Mezcal-Menge bei, wenig verglichen mit Oaxaca, aber mit einer der ältesten Fabriken des ganzen Landes.