
Rauch und Wüste
Verkosten
Wer zum ersten Mal an einem Bacanora riecht, denkt oft an Lagerfeuer und trockene Erde. Erst danach kommt überhaupt Süße durch. Das liegt am Mesquiteholz aus der Kocherei und an der wilden, mageren Agave. Beides sorgt für einen Ton, der erdiger und rauchiger ist als bei den meisten Tequilas.
Sunora Bacanora wirbt nach Angaben der Brennerei mit nur drei Zutaten. Das sind Saft der Agave Pacifica, eine eigene Hefe und Wasser aus dem Grundwasserleiter des Río Zanjón, ganz ohne Zusätze. Die Marke gehört zu den wenigen, die auch außerhalb Mexikos in Fachgeschäften stehen.
Don Mateo, eine ältere Vinata-Marke aus der Sierra, steht für einen robusteren, traditionelleren Stil. Kleine Familienbetriebe wie die Vinata der Familie Encinas füllen ihren wilden Bacanora oft nur in Handarbeit und kleinen Mengen ab. Manchmal trägt er nur den schlichten Namen der Schlucht, aus der die Agave stammt.
In Sonora trinkt man Bacanora traditionell aus dem Caballito, einem schmalen, hohen Gläschen, das ursprünglich für Tequila gedacht war. Oder man nutzt eine einfache Jícara, eine ausgehöhlte Kürbisschale, wie sie auf dem Land noch verbreitet ist. Getrunken wird in kleinen Schlucken, ohne Eile, dazwischen oft ein Glas Wasser.
Manche Kenner probieren zusätzlich aus einer bauchigen Copita, wie man sie von Sherry kennt. Das enge Glas bündelt Rauch und erdige Noten besser, bevor sie in der Nase ankommen. Bacanora ist zum langsamen Probieren gedacht, mit Zeit und Aufmerksamkeit für jede einzelne Nuance.