Region & Geschichte in der Region Valle de Tequila

Ursprung & Schutz

Region & Geschichte

Lange bevor hier Tequila entstand, floss in diesem Tal ein anderes Getränk: Pulque. Der milchig-säuerliche, vergorene Saft der Agave wurde in Jalisco schon vor der Ankunft der Spanier getrunken. Die Kolonialverwaltung verbot das Brennen von Agavenschnaps zeitweise. Er machte der spanischen Steuer auf Wein und Branntwein Konkurrenz. Erst 1758 erhielt José Antonio de Cuervo ein Stück Land in Tequila. Dort baute er Agave an, für ein Getränk, das die Behörden gerade noch duldeten.

Sein Nachfahre José María Guadalupe de Cuervo bat König Carlos IV. um die Erlaubnis, das gebrannte „Vino Mezcal“ offiziell zu verkaufen. Die königliche Lizenz wird üblicherweise auf das Jahr 1795 datiert. Sie gilt als Geburtsstunde der ältesten durchgehend arbeitenden Brennerei Lateinamerikas. Vicente Albino Rojas, der in die Familie einheiratete, taufte den Betrieb später „La Rojeña“. Bis heute steht sie mitten in der Stadt Tequila und gehört den Cuervo-Erben.

Wenige Straßen weiter kaufte Cenobio Sauza 1873 die Brennerei „La Antigua Cruz“. 1888 nannte er sie „La Perseverancia“ um. Sauza war der Erste, der das Getränk aus der Blauen Agave „Tequila“ nannte, nicht mehr „Mezcal Wein“. Er war auch der Erste, der es in die USA exportierte. Diese Umbenennung markiert den Moment, in dem sich der Name des Ortes vom Namen des Getränks löste. Heute trennt genau das Tequila rechtlich von jedem anderen Agavenbrand.

1974 erklärte der mexikanische Staat Tequila zur geschützten Ursprungsbezeichnung. 181 Gemeinden in fünf Bundesstaaten dürfen seither so heißen. Das Tal um die Stadt Tequila bildet ihren historischen Kern. 2006 nahm die UNESCO das „Paisaje Agavero“ in ihre Welterbeliste auf. Das Gebiet misst mehr als 35.000 Hektar, zwischen den Hängen des Vulkans und der Schlucht des Río Grande de Santiago. Dazu zählen die Ortskerne von Tequila, Amatitán, El Arenal, Magdalena und Teuchitlán. Wer heute durch dieses Tal fährt, sieht Weltkonzern und Familienbetrieb nebeneinander auf demselben geschützten Boden.

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