
Tlayuda & Fiesta
Essen & Trinken
Sonntags verwandelt sich Tlacolula de Matamoros in einen der ältesten Märkte Mesoamerikas. Der Tianguis breitet sich rund um den Mercado Martín González aus. Händlerinnen verkaufen dort Tlayudas direkt vom Tonkomal. Dazu gibt es Chocolate de Agua und Pan de Yema, ein Hefebrot mit viel Eigelb.
Die Tlayuda selbst ist eine große, knusprige Tortilla mit Bohnenmus, Kohl, Quesillo und oft etwas gegrilltem Fleisch. Sie gilt als das Streetfood der Valles Centrales schlechthin. Zu einem Glas Espadín passt sie fast von selbst.
In San Dionisio Ocotepec, das man hier schlicht das Mezcaldorf nennt, kommen zu Festen traditionell Mole de Guajolote oder Mole de Masa auf den Tisch. Dazu gehören Higaditos, ein deftiges Gericht aus Schweineleber. Auch Chapulines, geröstete Heuschrecken mit Limette, Chili und Salz, zählen zur Region. Man reicht sie gern zum Mezcal.
Getrunken wird Mezcal hier nicht allein und nicht hastig. Bei Familienfesten, Hochzeiten oder der Fiesta des Dorfpatrons geht die Flasche von Hand zu Hand. Jede und jeder schenkt sich selbst aus der Jícara nach, bevor sie weiterwandert.
Wer in Santiago Matatlán oder Santa Catarina Minas zu Gast ist, trinkt seinen Mezcal meist zwischen den Gängen. Er dient nicht als Aperitif und nicht als Absacker. Er begleitet das ganze Essen, so wie es die Familien hier seit Generationen halten.
Zum Abschluss eines Festmahls kreist oft noch eine letzte Runde Mezcal, meist zusammen mit frischem Quesillo oder einer Scheibe Orange mit etwas Sal de Gusano. Das markiert das Ende des Essens, nicht den Anfang einer langen Trinknacht.