Verkosten in der Region Valles Centrales de Oaxaca

Rauch & Jícara

Verkosten

Espadín aus den Valles Centrales schmeckt meist rauchig, erdig und leicht vegetabil. Kennerinnen und Kenner führen die zusätzliche mineralische Note auf den kargen Kalkboden zurück. Wer Mezcal Minero aus Santa Catarina Minas probiert, bemerkt oft eine dichtere, fast ölige Textur, ein Erbe der Tonblase in der Brennerei.

Tobalá und Tepeztate schmecken dagegen blumiger und kräuteriger, manchmal mit einer Ahnung von tropischer Frucht. Das ist ein Ergebnis ihres langsamen, wilden Wachstums in den steilen Hügeln um San Baltazar Chichicápam und San Dionisio Ocotepec.

Drei Namen tauchen in der Region immer wieder auf. Del Maguey brachte mit der „Chichicapa“ aus San Baltazar Chichicápam den ersten Mezcal seines Gründers Ron Cooper auf den internationalen Markt. Real Minero aus Santa Catarina Minas brennt seit Generationen im Ton, geführt von der Familie Ángeles. Lalocura wiederum gründete 2014 Eduardo „Lalo“ Ángeles aus derselben Familie. Er hatte zuvor Jahre bei Real Minero gearbeitet und spezialisierte sich später auf seltene Wildagaven wie Tobalá und Tepeztate.

Probiert wird hier nicht aus dem Schnapsglas. Üblich ist die Jícara, eine kleine Schale aus getrockneter Kürbisschale, oder eine schlichte Copita, ein kleines Glas mit weiter Öffnung. Beide setzen den Rauch frei, bevor man überhaupt trinkt.

Man riecht zuerst und nippt dann in kleinen Schlucken. Man lässt den Mezcal im Mund kurz stehen, statt ihn wie einen Shot zu kippen. Dazu reicht man in manchen Palenques eine Schale Sal de Gusano, eine Mischung aus Salz, getrockneten Chilis und gemahlener Raupe. Das ist ein Ritual, kein Zaubertrank, sondern Teil des langsamen Trinkens hier.

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