Region & Geschichte in der Region Valles Centrales de Oaxaca

Palenques & Schutz

Region & Geschichte

Lange bevor hier destilliert wurde, tranken die Zapoteken der Valles Centrales Pulque, den milden Gärsaft der Agave. Destillation kam erst mit den Spaniern, die in Teilen der Kolonialzeit das Brennen verboten, weil sie lieber eigenen Wein und Branntwein aus Spanien verkauften. Wer trotzdem brannte, tat es versteckt, oft nachts, in kleinen Erdgruben abseits der Dörfer.

Aus diesem Versteckspiel wurde eine Handwerkstradition, die Familien bis heute über Generationen weitergeben. In Santa Catarina Minas geht sie auf Don Francisco Ángeles zurück, genannt „Papá Chico“. 1978 gründeten seine Nachfahren Lorenzo Ángeles und Candelaria Carreño daraus offiziell die Marke Real Minero. Heute führen die Töchter Graciela, Adriana und Miriam Ángeles Carreño sie weiter. In San Baltazar Chichicápam brennen Faustino García Vásquez und sein Sohn Maximino seit Jahrzehnten Mezcal, so wie es schon ihre Väter taten.

Große Haciendas wie im Tequila-Gebiet Jaliscos sucht man hier vergeblich. Mezcal blieb eine Sache kleiner Palenques, offener Brennhütten am Dorfrand, in denen eine Familie die ganze Arbeit von der Ernte bis zur Flasche selbst trägt.

Seit 1994 schützt eine Ursprungsbezeichnung den Namen Mezcal, seit 2016 regelt die Norm NOM-070-SCFI-2016 genau, was so heißen darf. Zuständig ist der Consejo Regulador del Mezcal, der bis etwa 2018 noch COMERCAM hieß, kurz CRM. Das Schutzgebiet reicht heute über zwölf Bundesstaaten und, seit 2021, auch Teile Sinaloas. Diese Erweiterung sieht der CRM selbst kritisch.

Für die Valles Centrales, das Herz dieses Gebiets, gilt eine klare Grundregel: Mezcal muss immer zu hundert Prozent aus Agave bestehen, ein „Mixto“ wie bei Tequila kennt das Gesetz hier nicht. Die Norm unterscheidet zudem drei Stufen nach Verfahren, Mezcal, Mezcal Artesanal und Mezcal Ancestral. Wer wie in Santa Catarina Minas nur mit Ton und offenem Feuer brennt, darf „Ancestral“ auf die Flasche schreiben, im Autoklav geht das nie.

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