Region & Geschichte in der Region Zacatecas

Grenze und Hochebene

Region & Geschichte

1718 zahlten die Bewohner von Momax, Tlaltenango und El Teúl schon eine Steuer auf ihren „vino de mezcal“. Die spanische Krone schränkte das Brennen im ganzen Vizekönigreich Neuspanien zeitweise ein, um Weinimporte aus Spanien zu schützen. Gezahlt wurde trotzdem, offen oder heimlich. Die Brennereien im Süden lagen nah an der Grenze zum heutigen Jalisco.

Als der mexikanische Staat 1994 die Denominación de Origen Mezcal einrichtete, gehörte Zacatecas zu den ersten Bundesstaaten überhaupt. Dazu zählten auch Oaxaca, Guerrero, Durango und San Luis Potosí. Der Schutz gilt seither für den ganzen Bundesstaat. Tatsächlich gebrannt wird aber vor allem in einer Handvoll Gemeinden: Teúl de González Ortega, Pinos, Juchipila, Jalpa und Trinidad García de la Cadena.

Diese Gemeinden liegen in zwei völlig verschiedenen Landschaften. Im Süden, um Teúl de González Ortega, Huitzila und Tlaltenango, endet Zacatecas fast in Jalisco. Dort wächst dieselbe Blaue Agave, aus der wenige Kilometer weiter Tequila entsteht. Im Osten, auf der Hochebene von Pinos, prägt dagegen die robuste Agave salmiana seit Jahrhunderten das Land. Mezcal wurde dort laut lokalen Aufzeichnungen schon 1621 gebrannt, mit bis zu dreißig Haciendas allein im Jahr 1828.

Genau das macht Zacatecas zum klarsten Beispiel für eine Regel, die viele überrascht. Dieselbe Pflanze ergibt nicht denselben Namen. Tequila darf nur aus 181 Gemeinden in Jalisco, Guanajuato, Michoacán, Nayarit und Tamaulipas stammen. Zacatecas gehört nicht dazu. Das gilt sogar für die Brennereien um Teúl, die seit Jahrhunderten dieselbe Blaue Agave verarbeiten wie ihre Nachbarn in Amatitán oder Tequila selbst. Was hier aus der Brennblase kommt, heißt Mezcal, ganz gleich wie sehr es nach Tequila schmeckt.

Die Geschichte lässt sich an einzelnen Häusern ablesen. Die Ex-Hacienda La Pendencia in Pinos stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert. Sie gilt als die älteste Mezcal-Hacienda des Bundesstaats und brennt bis heute aus Agave salmiana. In Huitzila begann die Familie Lamas 1930 im Weiler Tezontla mit dem Brennen. 1970 zog sie die Produktion in das Dorf Huitzila um, heute führt sie die Familie als Lamas López weiter. Vor Ort heißt eine solche Brennerei Taberna, nicht Palenque wie in Oaxaca.

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