
Lamm, Potjie, Biltong
Essen & Trinken
In der Karoo landet beim Essen fast automatisch Lamm auf dem Teller. Die Schafe weiden auf den würzigen Kräutern und Sträuchern der Halbwüste, ihr Fleisch schmeckt danach spürbar kräftiger und leicht aromatisch als gewöhnliches Lamm. Karoo-Lamm ist das Gericht, mit dem die Region am meisten in Verbindung gebracht wird.
Potjiekos, ein Eintopf aus einem dreibeinigen Gusseisentopf über offenem Feuer, zählt zu den ältesten Kochtraditionen der Region. Gegart wird er oft stundenlang, während Familie oder Nachbarn drumherum sitzen. Biltong, luftgetrocknetes und gewürztes Fleisch, ist der tägliche Snack, den man in der Karoo an fast jeder Tankstelle findet.
Beim Braai, dem südafrikanischen Grillfest am offenen Feuer, trifft diese Küche auf dieselbe Feuerkultur, aus der auch der Agavenbrand stammt: Beide entstehen über Glut und Rauch. Wer die rauchigen Noten eines Karoo-Blanco verstehen will, riecht am besten zuerst an einer offenen Feuerstelle und danach am Glas.
Getrunken wird der heimische Agavenbrand meist zu besonderen Anlässen, nicht als Alltagsgetränk, und selten pur zum Essen selbst. Neben deftigem Karoo-Lamm oder rauchigem Biltong wirkt der Rauch im Glas eher wie eine Fortsetzung des Tellers als wie ein Kontrast.
Ein Braai ohne offenes Feuer wäre für Karoo-Bewohner kaum vorstellbar, genauso wenig wie ein Agavenbrand ohne den Rauch aus Ziegelofen oder Erdgrube. Beide erzählen dieselbe Geschichte von einer trockenen Landschaft, die wenig Wasser, aber viel Feuer und Geduld verlangt, zu jeder Jahreszeit.