Region & Geschichte in der Region Falcón & Pecaya

Verbot und Wiedergeburt

Region & Geschichte

Pecaya liegt versteckt in den trockenen Hügeln des Bundesstaats Falcón. Nur wenige Kilometer entfernt ragen die feuchten Gipfel der Sierra de San Luis auf. Hier wächst seit Jahrhunderten die Agave cocui. Schon vor der spanischen Ankunft stellten die Caquetío und die Jirajara daraus ein vergorenes Getränk her, das sie bei Festen und Ritualen tranken. Schriftliche Belege aus der Kolonialzeit selbst sind rar, doch Pflanze und Saft gehörten fest zum Leben in diesen trockenen Bergen.

Klarer wird die Geschichte im 20. Jahrhundert, und sie ist eine Geschichte des Verbots. Unter der Diktatur von Juan Vicente Gómez wurde das Brennen von Cocuy für illegal erklärt. Die Produktion verschwand in den Bergen und wurde zum Schwarzbrand. 1974 verschärfte ein neues Gesetz die Lage weiter. Reiner Agavenbrand war jetzt verboten, erlaubt war nur „Aguardiente de Cocuy“. Diese Mischung aus neutralem Alkohol und wenig echtem Cocuy war auf 42 Grad gedeckelt.

Erst 2005 änderte sich das Gesetz, 2007 wurde die Reform bestätigt. Reiner Cocuy aus hundert Prozent Agave cocui war wieder legal, und zahlreiche Handwerksbetriebe traten aus dem Verborgenen ans Licht. Am 5. Dezember 2000 erklärte man Cocuy bereits zum Kulturerbe des Bundesstaats Falcón. Im Mai 2001 folgte die Denominación de Origen Controlada „Cocuy Pecayero“ nach der Norm Covenin 3662:2001. Verwaltet wird sie vom Servicio Autónomo de la Propiedad Intelectual. 2016 wurde der Schutz für weitere fünfzehn Jahre verlängert.

Der Schutz gilt eng. Nur Agavenbrand aus der Parroquia Pecaya im Municipio Sucre darf sich Cocuy Pecayero nennen. Im benachbarten Bundesstaat Lara, etwa um Siquisique, wird ebenfalls seit Generationen Cocuy gebrannt. Oft geschieht das in größerer Menge und mit landesweitem Vertrieb, aber ohne den Namen „Pecayero“. Die Denominación gehört allein den rund 150 Handwerkern von Pecaya. Cocuy entsteht in einem anderen Land, nach einer eigenen Norm und aus einer eigenen Agave. Deshalb ist er weder Tequila noch Mezcal, auch wenn alle drei aus Agaven gebrannt werden.

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