
Agave der Trockenhügel
Agave & Boden
Die Agave, aus der Cocuy entsteht, heißt botanisch Agave cocui Trelease. Benannt ist sie nach dem Botaniker William Trelease, der sie 1913 beschrieb. Die Menschen in Falcón und Lara nennen sie schlicht Cocuy oder Maguey. Wild wächst sie nirgendwo sonst auf der Welt, denn die Pflanze ist endemisch für genau diese beiden venezolanischen Bundesstaaten.
Anders als die blaue Agave der Tequila-Felder wird die Agave cocui kaum in Reihen angebaut. Sie steht wild oder in lockeren Familienparzellen zwischen Dornbüschen und Kakteen. Über die trockenen Hügel verteilt sie sich oft weit. Nur selten legen Familien eigene kleine Bestände an. Bis eine Pflanze reif genug für die Ernte ist, vergehen sieben bis zehn Jahre. Dieses langsame Wachstum speichert die Jahre der Trockenheit in ihrem Stamm.
Zur Ernte graben die Bauern die ganze Pflanze mitsamt der Wurzel aus. Anders als der Jimador in Mexiko schneiden sie also nicht allein den Kopf ab. Mit der Machete schneiden sie die dornigen Blätter ab, die Pencas. Übrig bleibt nur der stärkehaltige Stamm, die Piña, der Rohstoff für alles, was danach kommt.
Der Boden unter den Agaven ist alkalisch und steinig, reich an Kalziumkarbonat. Dieses karge Land trägt kaum etwas anderes außer Dornsträuchern und Kakteen wie dem Cardón. Genau dieser mineralische, karge Untergrund gilt als einer der Gründe für den hohen Zuckergehalt. Schon bevor die Agave geerntet wird, sammelt sie so viel Aroma in ihrem Stamm.
Dünne, rötlich-braune Humusschicht, die Regen kaum hält.
Die Wurzel: Die flachen Wurzeln saugen jeden kurzen Regen sofort auf.