Böden in der Region Mendoza

Sand, Caliche, Kies

Böden

Grab in einem Weinberg im Valle de Uco ein Loch. In den ersten zwanzig Zentimetern findest du nur losen, hellen Sand, den Wind und Bewässerung ständig umschichten. Kaum ein Krümel Humus liegt darin. Das ist normal für eine Wüste.

Darunter wird es interessant. Über Jahrtausende hat Schmelzwasser aus den Anden Kalzium gelöst und wieder abgesetzt, bis daraus eine helle, teils zementharte Kruste wurde — Caliche genannt. Sie taucht besonders in Gualtallary und in weiten Teilen des Valle de Uco auf, oft in zwanzig bis fünfzig Zentimetern Tiefe. Mal liegt sie als dünne Ader, mal als durchgehende Platte.

Für die Rebwurzel ist diese Schicht ein Hindernis, und genau das macht sie wertvoll. Sie muss sich durch Ritzen zwängen statt bequem in die Breite zu wachsen, und diese Anstrengung bremst den Ertrag pro Rebe. Weniger Ertrag heißt konzentriertere Beeren, und konzentrierte Beeren heißen dichtere Weine — dieselbe Rechnung wie bei magerem Gestein anderswo, nur mit Kalk statt Schiefer.

Unter der Caliche folgt grober, abgerundeter Kies, abgelagert von Gletscherflüssen, die einst von den Anden herabflossen. Zwischen den Steinen bleibt kaum Feinerde, dafür sickert Wasser mühelos durch. In besonders steinigen Parzellen reicht diese Schicht mehrere Meter tief, und wer als Wurzel so weit vordringt, übersteht selbst einen trockenen Sommer ohne zusätzliche Bewässerung.

Ein Nebeneffekt dieser sandigen Böden hat Mendoza vor einer Katastrophe bewahrt, die halb Europa traf. Die Reblaus breitet sich in dichtem Lehm rasch aus, in lockerem Sand dagegen kaum, weil sie darin keine stabilen Gänge zu den Wurzeln graben kann. So überlebten in Mendoza etliche Malbec-Stöcke auf eigenen Wurzeln, ohne auf amerikanische Unterlagsreben gepfropft zu sein. Ein Umstand, auf den manche Bodega bis heute stolz verweist.

Grab dich durchSchicht antippen

Lockerer, heller Wüstensand, von Wind und Bewässerung ständig neu verteilt. Kaum organisches Material, dafür viel Licht und Wärme direkt an der Oberfläche.

Die Wurzel: Hier liegen nur die feinsten Wurzeln. Zwischen zwei Bewässerungen trocknet diese Schicht fast vollständig aus.

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