Region & Geschichte in der Region Salta

Isasmendi & Cafayate

Region & Geschichte

Lange bevor ein Spanier hier einen Rebstock sah, lebten in diesem Tal die Diaguita-Calchaquí. Sie bauten Terrassen in die Hänge und leiteten Wasser aus dem Río Calchaquí über Kanäle, von denen manche bis heute Weinberge bewässern. Ab 1560 drangen spanische Truppen vor. Die Calchaquí wehrten sich über mehr als hundert Jahre, zuletzt 1657 unter einem Andalusier, der sich als Inka-Nachfahre ausgab. Am Ende blieben von einer halben Million Menschen im Nordwesten Argentiniens kaum zwanzigtausend übrig.

Erst danach kamen die Reben. Spanische Missionare und Jesuiten brachten ab dem späten sechzehnten Jahrhundert Pflanzgut aus Peru mit, ein Teil über Chile, ein Teil von den Kanarischen Inseln. Das Tal war trocken, hoch und sonnig — genau das mochten die Reben mehr als die feuchten Ebenen weiter unten.

Der wichtigste Name der Frühzeit heißt Nicolás Severo de Isasmendi y Echalar, letzter spanischer Gouverneur von Salta del Tucumán vor der Unabhängigkeit. 1831 gründete er das Gut Colomé bei Molinos, heute die älteste noch arbeitende Bodega Argentiniens. Begraben liegt er in der Kirche San Pedro Nolasco von Molinos, einem Bau aus dem siebzehnten Jahrhundert. Seine Tochter Ascensión ging noch weiter. 1854 brachte sie mit ihrem Mann José Benjamín Dávalos französische Malbec- und Cabernet-Sauvignon-Stecklinge nach Colomé, noch bevor die Reblaus die europäischen Mutterreben vernichtete.

Cafayate selbst ist jünger. Die Stadt entstand erst 1840, gegründet von Manuel Fernando de Aramburu auf dem Gelände einer früheren Missionsstation. Schnell wuchs sie zum Zentrum des Tals. 1850 eröffnete dort die Bodega Etchart, die den Torrontés später berühmt machte. Ein Weinberg von 1862 steht bis heute — er gilt als der älteste noch lebende Weinberg Argentiniens.

1892 folgte El Esteco, gegründet von den französischen Brüdern David und Salvador Michel — bald die größte Bodega der Provinz. 2001 verkaufte die Familie Isasmendi-Dávalos Colomé nach hundertsiebzig Jahren an das Schweizer Ehepaar Donald und Úrsula Hess. Die beiden machten daraus einen biodynamischen Betrieb. Nur wenige Kilometer entfernt baute Arnaldo Etchart ab 1998 mit dem französischen Önologen Michel Rolland die Bodega San Pedro de Yacochuya. Deren erster Jahrgang kam 1999 in die Flaschen.

Heute steht der Name der Gegend unter Schutz: IG Cafayate und IG Valles Calchaquíes, zwei Indicaciones Geográficas beim Instituto Nacional de Vitivinicultura. Eine Denominación de Origen Controlada, strenger als jede IG, gibt es in Salta bisher nicht.

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