Klima in der Region Salta

Höhe schlägt Breite

Klima

Cafayate liegt auf etwa sechsundzwanzig Grad südlicher Breite, nahe am Wendekreis des Steinbocks. Eigentlich viel zu weit im Norden für kühle Weinberge. Was die Sonne an Wärme liefert, gleicht die Höhe wieder aus: Die Reben wachsen zwischen 1.500 und über 3.000 Metern, und mit jedem Höhenmeter sinkt die Temperatur.

Regen fällt kaum. Unter 250 Millimeter im Jahr registrieren die Wetterstationen um Cafayate, fast alles davon zwischen Dezember und März. Ohne die Flüsse aus den Anden, allen voran den Río Calchaquí, gäbe es hier keinen einzigen Weinberg. Das Wasser kommt aus Kanälen, von denen manche noch aus der Zeit der Diaguita-Calchaquí stammen.

Tag und Nacht liegen hier weiter auseinander als fast irgendwo sonst im Weinbau. Über zwanzig Grad Unterschied sind normal. Tagsüber brennt die Sonne durch die dünne Luft der Höhe fast ungefiltert auf die Trauben, nachts fällt die Temperatur schnell und deutlich. Die Rebe reift am Tag und erholt sich in der Nacht. Genau dieser Wechsel hält die Säure im Torrontés frisch, obwohl die Trauben mittags Wüstenhitze aushalten müssen.

Die Strahlung selbst ist ein eigenes Thema. In dieser Höhe und Breite kommt deutlich mehr ultraviolettes Licht durch die Atmosphäre als im Flachland. Winzer in Cafayate sprechen offen davon, dass ihre Trauben „mehr Sonnenschutz“ brauchen als anderswo — dickere Schalen, mehr Blattwerk zum Schatten, manchmal sogar Netze.

Der Wind aus der Puna, der kargen Hochebene weiter westlich, macht die Luft zusätzlich trocken. Pilzkrankheiten haben es deshalb schwer. Winzer spritzen selten. Wer durch die Weinberge geht, sieht meist nackten, hellen Boden zwischen den Reihen — nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil hier fast nichts von selbst wächst, außer den Reben und ein paar genügsamen Kakteen.

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