
Flaschengärung, Handlese
Herstellung
Wer in der Adelaide Hills Trauben erntet, tut das oft von Hand, früh am Morgen. Die Nacht hat die Beeren dann noch kühl gehalten. Viele Weinberge liegen an steilen Hängen, auf denen kein Vollernter zurechtkommt. Kühle Trauben behalten beim Pressen mehr Frische als solche, die schon in der Mittagssonne warm geworden sind.
Für den Sekt der Region gilt ein zusätzlicher Schritt. Croser, der Schaumwein von Petaluma, kommt seit 1987 auf den Markt und reift nach der klassischen Methode ein zweites Mal in der eigenen Flasche. Grundwein aus Chardonnay und Spätburgunder aus dem Piccadilly Valley bekommt Hefe und Zucker zugesetzt, vergärt erneut, und die entstehende Kohlensäure kann nirgendwo hin außer ins Glas. Die tote Hefe bleibt monatelang im Kontakt mit dem Wein und gibt ihm Noten von Brioche.
Weil die Trauben hier von Natur aus schon viel Säure mitbringen, müssen die Kellermeister seltener nachträglich Säure zusetzen als in wärmeren Regionen. Ein Handwerksschritt weniger, den das kühle Klima erspart.
Ganz anders arbeitet eine junge Szene rund um Basket Range, mitten in den Hügeln. Dort lassen Winzer die Trauben mit ihren eigenen, wilden Hefen gären. Sie verzichten oft auf zugesetzten Schwefel und lassen weiße Sorten tagelang auf der Schale liegen, bis der Wein Farbe und Gerbstoff wie ein Rotwein annimmt. Orange Wine nennt man solche Weine, weil genau diese Farbe entsteht.
Beide Schulen, die präzise von Petaluma und die wilde von Basket Range, ernten dieselbe kühle Frucht. Sie behandeln sie völlig verschieden. Genau diese Spannbreite macht die Adelaide Hills zu einem Weingebiet, in dem sich Tradition und Experiment denselben Hang teilen.