Herstellung in der Region Eden Valley

Stahltank & Fuder

Herstellung

Riesling und Shiraz durchlaufen im Eden Valley zwei fast entgegengesetzte Wege durch den Keller. Für den Riesling zählt vor allem Geschwindigkeit. Die Trauben kommen früh am Morgen herein, noch kühl von der Nacht, werden schonend gepresst und vergären bei niedriger Temperatur im Stahltank. Kein Holz, kein biologischer Säureabbau — nur das, was die Traube mitbringt, so unverändert wie möglich ins Glas gebracht.

Diese Nüchternheit hat einen Grund: Jeder zusätzliche Schritt im Keller kann die feinen Zitrus- und Blütenaromen überdecken, die den Wein ausmachen. Die hohe natürliche Säure der Trauben aus den kühlen Höhenlagen macht einen biologischen Säureabbau ohnehin unnötig. Viele Betriebe füllen den fertigen Wein deshalb schon wenige Monate nach der Lese ab. Oft geschieht das unter Schraubverschluss, der die Frische länger bewahrt als ein Korken.

Shiraz verlangt das genaue Gegenteil an Geduld. Nach der Lese bleibt die Maische mehrere Tage auf der Schale, damit Farbe und Tannin aus den kleinen, dickschaligen Beeren der Höhenlagen vollständig in den Wein übergehen. Handarbeit ist hier Standard. Kellermeister stoßen den Tresterhut mehrmals täglich unter, damit er nicht austrocknet und seine Aromen verliert.

Danach reift der Wein oft ein bis zwei Jahre im Holzfass, meist in amerikanischer Eiche, die dem kräftigen Shiraz Vanille- und Kokosnoten mitgibt, ohne die dunkle Frucht zu erschlagen. Manche Betriebe, nicht weit von Pewsey Vale, verschneiden ihn mit einem kleinen Anteil Cabernet Sauvignon. Das bringt zusätzliche Struktur und eine straffere Säure ein.

Am Ende der Kette steht bei den bekanntesten Weinen des Eden Valley noch eine Regel auf dem Etikett. Ein Wein darf die Herkunftsangabe „Eden Valley“ nur tragen, wenn mindestens fünfundachtzig Prozent der Trauben tatsächlich von dort stammen. Das ist Australiens allgemeine Regel für Region, Rebsorte und Jahrgang, keine Sonderregel nur für diese Gegend.

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