
Sand & Eisenstein
Böden
Grab in Blewitt Springs ein Loch, denn der Sand ist so fein und so tief, dass man mit bloßen Händen fast einen Meter weit gräbt, bevor überhaupt ein Stein auftaucht. Geologen haben dieses Material auf 750 bis 1600 Millionen Jahre datiert. Es ist windverwehter Quarzsand, uralt und fein. Damals gab es auf der Erde noch keine Pflanzen, geschweige denn Reben, die heute genau in diesem Sand wurzeln.
Fünf Kilometer weiter, auf den Hügeln von Seaview, sieht der Boden anders aus. Dort liegt dünner Mutterboden auf hartem Eisenstein. Kaum genug, um überhaupt eine Schaufel hineinzustecken, während Quarzkies zwischen den Steinen liegt wie zerbrochenes Glas. Über vierzig verschiedene Bodentypen hat die McLaren Vale Geology Survey hier kartiert, mehr als in fast jedem anderen Gebiet Australiens.
Diese Vielfalt entscheidet, welche Sorte wo Sinn ergibt: Im tiefen Sand von Blewitt Springs treibt die Wurzel meterweit nach unten auf der Suche nach Feuchtigkeit. Die Rebe bleibt dabei schwach im Wuchs. Genau daraus entsteht die duftige, helle Grenache, für die die Gegend berühmt ist. Auf dem schweren Ton von McLaren Flat ist es umgekehrt. Dort hält der Boden Wasser fest bis in den Hochsommer, die Reben wachsen kräftiger, und der Shiraz schmeckt entsprechend dichter.
Ein Fluss aus der Eiszeit hat dazu noch seine eigene Spur hinterlassen, denn vor rund zwei Millionen Jahren floss hier Wasser. Es lagerte dabei den sogenannten Pirramimma-Sandstein ab, ein feinkörniges Gestein, das man heute nur noch in schmalen Bändern findet. Mineralisch schmeckt davon trotzdem nichts im Glas. Was der Boden liefert, ist Wasser, Wärme und die Tiefe, in die er die Wurzel zwingt.
Dunkler Sand mit Humus aus jahrzehntelangem Rebenlaub, selten mehr als eine Handbreit tief, bevor der helle Sand darunter beginnt.
Die Wurzel: Hier sitzen die Feinwurzeln, die den ersten Regen nach dem Sommer aufsaugen.