Verkosten in der Region McLaren Vale

Shiraz trifft Grenache

Verkosten

Zwei Gläser Shiraz zeigen den Unterschied sofort, denn eines stammt aus dem Barossa Valley, eines aus McLaren Vale, und schon die Farbe verrät, woher jedes kommt. Der Barossa-Wein wirkt oft dichter und dunkler. McLaren Vale bleibt heller und durchscheinender im Glas. Das ist ein erster Hinweis auf die kühlende Meeresbrise, die hier während der ganzen Reifezeit über die Reben weht.

Riech zuerst, bevor du überhaupt kostest, das verrät schon viel. Barossa-Shiraz duftet oft nach schwarzer Johannisbeere und Veilchen. McLaren Vale dagegen riecht eher nach reifer Pflaume, roter Kirsche und getrockneten Kräutern, mit einem Hauch dunkler Schokolade, etwas Mokka und einer würzig-wilden Note, die an trockenes australisches Buschland erinnert. Kenner nennen diese Note Garrigue, nach der Kräuterlandschaft Südfrankreichs.

Am Gaumen bleibt der Wein meist mittelschwer statt wuchtig. Sein Tannin, der pelzige Griff, den man am Zahnfleisch spürt, wirkt seidig statt kantig, ganz anders als im Barossa Valley. Die Säure, von der kühlenden Brise erhalten, hält den Wein spannend, denn Wärme allein erzeugt eben noch keine Kraft.

Grenache schmeckt völlig anders, obwohl sie oft aus denselben zwölf Kilometern Weinberg stammt wie der Shiraz nebenan. Alte Buschreben aus dem Sand von Blewitt Springs ergeben einen fast durchsichtigen, hellroten Wein. Er duftet nach Himbeere, Kirsche und weißem Pfeffer. Mischt man sie mit Shiraz und Mourvèdre zur GSM-Cuvée, ergänzen sich die drei ganz von selbst. Grenache gibt das Parfüm, Shiraz die Fülle, und Mourvèdre steuert am Ende die erdige Würze im Abgang bei. Beides bleibt trotzdem unverkennbar McLaren Vale.

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