Herstellung in der Region Yarra Valley

Flaschengärung in Coldstream

Herstellung

Moët & Chandon schickte 1986 seinen Chefönologen Tony Jordan auf eine Suche, die achtzehn Monate dauerte, denn gesucht war ein kühler Ort mit genug Vielfalt an Boden und Klima für gute Verschnitte. Gefunden hat er ihn in Coldstream, auf einem alten Milchbauernhof namens Green Point.

Dort entsteht Sekt nach derselben Methode wie in der Champagne: zweite Gärung in der Flasche, aus Chardonnay, Spätburgunder und Pinot Meunier. Die Lese dafür beginnt oft schon Ende Februar, deutlich früher als für die stillen Weine, weil die Trauben weniger reif und dafür säurebetont geerntet werden. Die Trauben kommen aus dem ganzen Tal, aus dem kühlen oberen Yarra genauso wie vom wärmeren Talboden. Erst die Mischung ergibt eine Komplexität. Eine einzelne Lage allein könnte das nicht liefern. Domaine Chandon war damit die erste ihrer Art in Australien.

Ganz anders arbeiten die kleinen Betriebe, die in den Siebzigern die Region wiederbelebt haben. Bei Yarra Yering und Mount Mary läuft die Gärung meist mit den hofeigenen Hefen, ohne zugesetzte Reinzuchtkulturen, und der Wein reift anschließend in französischer Eiche, oft gebraucht statt neu, damit das Holz die Frucht nicht überdeckt. Handarbeit bleibt dabei die Regel, nicht die Ausnahme. Weniger Eingriff, mehr Geduld: Das ist hier eher Prinzip als Ausnahme.

So stehen zwei Herstellungswelten Seite an Seite. Hier die große, präzise Kellertechnik eines Champagnerkonzerns in Coldstream, dort die kleinen, oft familiengeführten Keller weiter oben im Tal. Beide beziehen ihre Trauben aus demselben schmalen Streifen Land. Beide würden ohne das kühle Klima des Yarra Valley nicht funktionieren.

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