Klima in der Region Sachsen

Regenschatten des Erzgebirges

Klima

Das Erzgebirge steht wie eine Wand im Süden. Genau das macht das Klima im Elbtal so trocken. Feuchte Luft von Westen regnet sich an den Bergen ab, bevor sie das Tal erreicht, und übrig bleibt ein kontinentales Klima mit kalten Wintern und meist milden, trockenen Sommern. Zwischen 600 und 700 Millimetern Regen fallen hier im Jahr — einer der niedrigsten Werte unter den deutschen Anbaugebieten.

Trotzdem ist es hier heller, als man auf dieser Höhe erwarten würde. Rund 1.570 bis 1.600 Sonnenstunden zählt man im Jahr, fast so viel wie in wärmeren Regionen weiter südwestlich. Was fehlt, ist die Wärme selbst. Im Mittel liegen die Temperaturen bei 9,2 bis 10,4 Grad im Jahresdurchschnitt, kühl genug, dass nur früh reifende Sorten hier zuverlässig durchkommen.

Die Elbe gleicht das teilweise aus. Das Wasser speichert Wärme und gibt sie langsam wieder ab, wodurch die Hänge direkt am Fluss milder bleiben als das Umland nur wenige Kilometer weiter. Dazu kommen die Trockenmauern der Terrassenweinberge. Sie heizen sich tagsüber auf und schieben die gespeicherte Wärme nachts zurück an die untersten Blätter der Reben.

Gefährlich wird es im Frühjahr. Weil sich in den kalten Nächten des Kontinentalklimas Kaltluft im Talgrund sammelt, drohen bei Meißen und andernorts Spätfröste bis weit in den Mai hinein. Ein einziger Frost kann die halbe Ernte kosten, bevor sie überhaupt begonnen hat. Deshalb liegen die besten Lagen fast nie im Talboden, sondern an den Hängen darüber, wo die Kaltluft abfließen kann.

Diese Enge zwischen zu wenig Wärme und zu viel Kälte erklärt, warum in Sachsen so viele frühreife Sorten stehen. Müller-Thurgau und Goldriesling sind im Keller, bevor andere Anbaugebiete überhaupt mit der Lese beginnen. Selbst der Riesling wird hier deutlich früher gelesen als am Rhein. Wer in Sachsen Wein macht, arbeitet mit einem kürzeren Fenster als fast überall sonst in Deutschland.

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