Rebsorten in der Region Sachsen

Riesling & Goldriesling

Rebsorten

Wer im Herbst durch die Weinberge bei Radebeul geht, sieht vor allem helle Trauben hängen. Rund vier von fünf Reben in Sachsen tragen weiße Sorten. Der Grund ist einfach: Auf 51 Grad nördlicher Breite reift Rotwein nur an den besten Lagen zuverlässig durch.

An der Spitze steht heute der Riesling mit etwa 75 Hektar. Er mag genau das, was die Steillagen an der Elbe bieten: viel Sonne am Tag, kühle Nächte und einen mageren, steinigen Boden, der die Rebe zur Tiefe zwingt statt zur Menge. Seine Säure bleibt dadurch auch in warmen Jahren hoch. Säure ist das Frische-Element im Wein, das man seitlich an der Zunge spürt.

Dicht dahinter liegen Müller-Thurgau und Weißburgunder, beide um die dreizehn Prozent der Fläche. Müller-Thurgau reift früh und zuverlässig, selbst wenn ein Jahr kühl bleibt, und war damit über Generationen die Absicherung der sächsischen Winzer. Weißburgunder liefert die stillere, cremigere Seite des Anbaugebiets. Er duftet oft nach Birne und Mandel statt nach der spitzen Frucht des Rieslings.

Eine Sorte gibt es praktisch nirgends sonst: den Goldriesling. Der Züchter Christian Oberlin kreuzte ihn 1893 im elsässischen Colmar aus Riesling und einer zweiten Sorte, die bis heute nicht sicher geklärt ist. Oft wird die Courtillier Musqué Précoce genannt, bewiesen ist es nicht. Fest steht, wie er schmeckt: nach Muskat, mit viel Säure, und er reift so früh, dass er selbst in einem kühlen Herbst sicher in den Keller kommt. Von den knapp 30 Hektar, die es weltweit gibt, stehen fast alle im sächsischen Elbtal.

Bei Rot führt der Spätburgunder mit rund 45 Hektar. Die dünnschalige Sorte will eigentlich mehr Wärme, als das Klima hier im Schnitt hergibt, und gelingt nur an den steilsten, sonnenverwöhntesten Lagen. Dazu kommt Traminer, der an den Granithängen um Pillnitz und Meißen einen würzigen, fast öligen Wein ergibt. Zwischen dem unauffälligen Müller-Thurgau und dem seltenen Goldriesling zeigt sich, wie unterschiedlich sächsischer Wein sein kann, obwohl das Anbaugebiet klein ist.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.