Böden in der Region Sachsen

Syenit & Löss

Böden

Grab in einem Weinberg bei Meißen ein Loch. Schon nach einer knappen Handbreit wird die Erde grobkörnig und hart. Was du dann in der Hand hältst, ist zerfallener Syenit — ein hellgraues Tiefengestein, das vor rund 300 Millionen Jahren aus geschmolzenem Gestein unter der Erdoberfläche erstarrte.

Das sogenannte Meißener Massiv reicht von dort unter einem großen Teil des Elbtals hindurch. Es besteht aus mehreren verwandten Gesteinen zugleich: Syenit, Monzonit und Granodiorit, die sich in Farbe und Härte kaum unterscheiden. Über Jahrmillionen verwitterte das Gestein an der Oberfläche zu grobem Schutt, während der harte Kern darunter erhalten blieb.

Darüber liegt eine zweite Schicht, die mit dem Gestein nichts zu tun hat: Löss. Der feine, gelbliche Staub wehte während der Eiszeiten aus dem kahlen Umland heran und legte sich als Decke über die Hänge. Mal war sie dünn, mal meterdick, je nachdem, wie geschützt eine Lage lag. Dieser Löss speichert Wasser, das der darunterliegende Fels kaum halten kann.

Für die Rebwurzel bedeutet das zwei Etagen mit sehr unterschiedlichem Charakter. Oben im Löss findet sie im Frühjahr reichlich Feuchtigkeit und Nährstoffe und wächst zunächst kräftig. Unten im verwitterten Syenit dagegen wird es eng: Die Wurzel drückt sich zwischen grobe Gesteinsbrocken, findet kaum Wasser und muss sich durchkämpfen. Genau diese Mühe bremst den Wuchs später im Jahr und konzentriert, was am Ende in der Beere landet.

Ein Missverständnis hält sich auch hier hartnäckig: dass der Wein irgendwie nach dem Gestein schmecke, weil die Wurzel Mineralien direkt weiterreiche. Das stimmt so nicht. Was der Syenit wirklich liefert, ist Wärme. Die dunklen Terrassenmauern aus demselben Stein speichern Sonnenwärme tagsüber und geben sie nachts an die untersten Trauben zurück, gerade in einem Klima, in dem jedes Grad zählt.

Grab dich durchSchicht antippen

Feiner, eiszeitlicher Staub, der sich als gelblich-braune Decke über den Fels legte. Speichert Wasser, das der Fels darunter nicht halten kann.

Die Wurzel: Hier findet die Rebe im Frühjahr Feuchtigkeit und Nährstoffe und treibt schnell und kräftig aus.

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