Region & Geschichte in der Region Rhône

Päpste und Barone

Region & Geschichte

Zweitausend Jahre bevor es den Staat Frankreich gab, wuchsen an den Hängen über Vienne schon Reben. Kelten hatten sie gepflanzt, dann übernahmen die Römer die Hügel — und mit ihnen den Ruf des Weins. Der Naturforscher Plinius lobte im ersten Jahrhundert die Tropfen aus der Gegend um Vienne. Der Historiker Plutarch schrieb ähnlich begeistert über sie, denn Rom war stolz auf seinen eigenen Wein. Konkurrenz aus den Provinzen duldete es nicht.

Also verbot das Reich zeitweise neue Weinberge ausserhalb Italiens. Erst Kaiser Probus hob das Verbot im Jahr 280 wieder auf, und seither wachsen die Reben am Rhône-Ufer ununterbrochen weiter. Ampuis und die Côte-Rôtie tauchen erstmals im sechsten Jahrhundert schriftlich auf, in einer Zeit, aus der sonst kaum etwas über diese Landschaft überliefert ist. Seither hat der Weinbau die steilen Terrassen zwischen Vienne und Valence nie mehr verlassen.

Im Süden begann die grosse Geschichte erst tausend Jahre später, mit einem Umzug. 1309 verlegte das Papsttum seinen Sitz von Rom nach Avignon. Papst Johannes der Zweiundzwanzigste liess ab 1317 ein Sommerschloss in den Weinbergen nördlich der Stadt bauen: Châteauneuf-du-Pape, das neue Schloss des Papstes. Die Päpste pflanzten neue Reben, tranken den eigenen Wein und schickten ihn als vin du pape, den Wein des Papstes, in halb Europa herum. 1377 zog die Kurie zurück nach Rom, und das Schloss verfiel. Während der Revolution diente es als Steinbruch für das Dorf. Von der einstigen Sommerresidenz steht heute nur noch der Bergfried.

Die moderne Ordnung kam von einem Winzer mit Jurastudium: Baron Le Roy von Château Fortia legte 1923 fest, was in Châteauneuf-du-Pape überhaupt auf die Flasche durfte, ein genau vermessenes Gebiet, ein Mindestalkohol von zwölfeinhalb Prozent, eine Liste erlaubter Rebsorten. Seine Regeln wurden zum Muster für ganz Frankreich, und am 15. Mai 1936 gehörte Châteauneuf-du-Pape zu den ersten sechs Appellationen, den geschützten Herkunftsgebieten, die das Land überhaupt anerkannte. Der Rest des Rhônetals folgte ein Jahr später: die einfachere Appellation Côtes du Rhône.

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