Rebsorten in der Region Imeretien

Tsitska & Tsolikouri

Rebsorten

Fast neun von zehn Rebstöcken in Westgeorgien tragen eine einzige weiße Sorte: Tsolikouri, die dort wächst, wo das Land flach wird und der Boden feucht bleibt, in der Kolchis-Niederung genauso wie in den Hügeln um Sestaponi. Sie reift spät, meist erst Ende Oktober. Für sich genommen schmeckt sie nach grünem Apfel und Kräutern, mit viel Säure und wenig Duft. Erst im Zusammenspiel mit ihren Nachbarn wird daraus ein Wein mit Profil.

Der wichtigste dieser Nachbarn heißt Tsitska, eine zweite einheimische Sorte, die noch später reift und weniger Ertrag bringt als Tsolikouri. An guten Lagen sind es kaum sechs Tonnen je Hektar. Zusammen ergeben beide die meistgetrunkene Weißweincuvée der Region, oft schlicht Tsitska-Tsolikouri genannt. Tsitska bringt Zitrusfrische und feine, fast blumige Töne mit, Tsolikouri liefert den Körper dazu.

Um das Dorf Sviri kommt eine dritte Sorte hinzu: Krakhuna. Sie ist kräftiger im Körper und hat mehr Zucker in der reifen Beere als ihre beiden Nachbarn. Früher färbten Winzer ihren Krakhuna-Wein sogar mit etwas Otskhanuri Sapere ein — reine Kosmetik, denn geschmacklich blieb Krakhuna immer ein Weißwein.

Otskhanuri Sapere selbst ist launisch. Sie braucht viel Sonne, um überhaupt genug Zucker anzusammeln, und das feuchte Klima Imeretiens gibt ihr davon nur wenig. Ihre Weine bleiben deshalb meist schlank und sehr sauer, dazu ungewöhnlich tanninreich für eine Rebsorte, die zu den ältesten Georgiens zählt. Tannin ist der raue Belag, den man nach einem Schluck am Zahnfleisch spürt. Erst nach zehn, fünfzehn Jahren im Keller wird aus dieser Härte Tiefe.

Mehr als fünfhundert einheimische Rebsorten sind in ganz Georgien katalogisiert. Kaum vierzig davon findet man überhaupt im Handel. Drei von ihnen tragen heute den größten Teil der Weinberge zwischen Kutaissi und Sestaponi. Es sind Tsitska, Tsolikouri und Krakhuna — dieselben drei, die schon in den Dorfnamen des neunzehnten Jahrhunderts auftauchten.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.