Herstellung in der Region Abruzzen

Tendone bis Barrique

Herstellung

Alles beginnt am Gerüst der Rebe. Daran entscheidet sich zuerst, wie ein Montepulciano später schmeckt. Jahrhundertelang zogen Winzer sie auf der Pergola abruzzese hoch, einem Blätterdach auf Pfosten in Kopfhöhe. Darunter konnte man aufrecht zwischen den Reihen laufen. Praktisch für die Ernte, aber ein Problem fürs Glas: Je mehr Trauben ein Stock unter diesem Dach trug, desto dünner wurden Farbe und Aroma.

Seit den Neunzigerjahren wechseln immer mehr Betriebe zur Guyot-Erziehung: engerer Reihenabstand, weniger Trauben je Stock, dafür mehr Konzentration im Glas. Beide Systeme stehen heute nebeneinander in den Abruzzen — Pergola für den Alltagswein in großer Menge, Guyot für die ambitionierten Flaschen.

Montepulciano und Cerasuolo stammen von derselben Traube, trennen sich aber im Keller. Für den Rotwein bleibt die Maische, das Gemisch aus Saft und Schalen, wochenlang stehen und gibt dabei Farbe und Tannin ab. Für Cerasuolo presst man dieselben Trauben schon nach sechs bis vierundzwanzig Stunden auf der Maische ab, lang genug für die kirschrote Farbe, kurz genug, um Frische statt Kraft zu gewinnen.

Die Colline Teramane DOCG stellt die strengsten Regeln der Region auf. Mindestens neunzig Prozent Montepulciano müssen in den Trauben stecken, dazu höchstens zehn Prozent Sangiovese. Danach reift der Wein mindestens zwei Jahre, davon mindestens ein Jahr im Holzfass und sechs Monate in der Flasche, bevor er verkauft werden darf. Die Riserva braucht insgesamt drei Jahre, ebenfalls mit mindestens einem Jahr im Holz.

Beim Weißwein bleibt der Keller schlichter. Trebbiano und Pecorino vergären meist im Stahltank, kühl und ohne Holzkontakt, damit ihre Säure erhalten bleibt. Nur wenige Betriebe wie Valentini reifen ihren Trebbiano stattdessen in großen alten Fässern und danach jahrelang in der Flasche, bevor sie ihn überhaupt verkaufen. Das ist ein Weg, den in den Abruzzen sonst fast niemand geht.

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